Neuanpflanzung am Templiner Stadtsee: Symbol gegen Resignation
An einer seit Jahren umstrittenen Stelle des Uferweges am Templiner Stadtsee haben Bürgermeister Christian Hartphiel (SPD) und Thomas Volpers, Geschäftsführer der Templiner Regionalgruppe des NABU, sieben junge Bäume nachgepflanzt. Diese Aktion stellt einen erneuten Versuch dar, eine Baumlücke im Uferbereich zu schließen und gleichzeitig ein deutliches Zeichen gegen anhaltende Zerstörungen zu setzen.
Hintergrund eines langjährigen Konflikts
Die Pflanzaktion ist keineswegs die erste ihrer Art. Sie erfolgt im Kontext eines seit Oktober 2020 andauernden Konflikts zwischen Naturschützern und Personen, die offenbar eine Neubepflanzung in dem unter Naturschutz stehenden Uferstreifen verhindern wollen. Damals wurden große Uferbäume gefällt, was zu Anzeigen bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uckermark führte. Templiner Stadtverordnete verurteilten den Kahlschlag und forderten Konsequenzen, um Nachahmer abzuschrecken. Die Behörde stellte die Untersuchungen jedoch ein, da kein Verursacher ermittelt werden konnte.
Wiederholte Zerstörungen trotz Schutzmaßnahmen
Mit Genehmigung der Stadt und des Wasser- und Schifffahrtsamtes initiierte der NABU Templin daraufhin Ersatzpflanzungen. Ende 2024 halfen Kinder der Naturschutzjugend, neue Bäume zu setzen, die mit Schutzzäunen vor Verbiss gesichert wurden. Dennoch kam es mehrfach zu Übergriffen: Schutzzäune wurden beschädigt, Äste abgeknickt, und nachwachsende Pflanzen wurden ohne Genehmigung zurückgeschnitten. Bürger wie Fritz Schäfer sprachen in Leserbriefen von einem „Kleinkrieg“, während Marcus Kasner auf ein grundsätzliches Problem eines Teils der Templiner Bevölkerung mit dem Naturschutz hinwies.
Aktuelle Pflanzaktion mit prominenter Unterstützung
Der jüngste Anlass für die erneute Pflanzung war die Entdeckung, dass im vergangenen Jahr gesetzte Bäumchen keine Blätter trugen, weil ihre Stämmchen durchgeschnitten oder beschädigt worden waren. Thomas Volpers betonte, man wolle diesen Übergriff nicht hinnehmen. Stephan Hundrieser, Beisitzer im Vorstand des NABU Templin, spendete die jungen Bäume – zwei Weiden, zwei Erlen und drei Eschen – von seinem Schafhof in Buchholz. Bürgermeister Christian Hartphiel ließ sich nicht zweimal bitten und packte selbst mit an.
Bürgermeister setzt bewusstes Zeichen
„Ich kenne die Vorgänge am Uferweg“, sagte Hartphiel und unterstrich damit die Symbolkraft seiner Teilnahme. „Anpacken für eine blühende Kurstadt“ sei einer seiner Wahlkampfslogans gewesen, und Bäume zu pflanzen gehöre dazu. „Der Uferweg ist eine schöne Wanderstrecke. Sie zu begrünen, passt dazu“, fügte er hinzu. „Die Lücke in der Uferbepflanzung fällt auf, wenn man mit dem Boot über den Stadtsee fährt.“ Diese erneute Initiative soll nicht nur die Landschaft verschönern, sondern auch die Entschlossenheit demonstrieren, den Naturschutz am Uferweg trotz aller Widerstände durchzusetzen.



