Demminer Naturparadies Utkiek erwacht aus Dornröschenschlaf durch ehrenamtlichen Einsatz
Naturparadies Utkiek in Demmin durch Freiwillige revitalisiert

Demminer Naturparadies Utkiek erwacht aus Dornröschenschlaf durch ehrenamtlichen Einsatz

Das einst verwilderte Ausflugsziel Utkiek in den sogenannten zweiten Tannen bei Demmin erlebt eine beeindruckende Wiederbelebung. Naturfreund Detlef Wenzel hat sein Versprechen zur Neugestaltung dieses kleinen Naturparadieses in die Tat umgesetzt und dabei auf die Unterstützung engagierter Freiwilliger gesetzt.

Blick auf die Tollense wieder frei

Am Wochenende vor Ostern rückten die Helfer mit Motorsägen, Astscheren, Äxten und Spaten an, um Wildwuchs und absterbende Bäume zu entfernen. Dadurch ist der atemberaubende Ausblick auf die Tollense und das angrenzende Tollensetal wieder vollständig freigelegt. Die gefällten Stämme und Reisighaufen am Berghang werden bewusst als Totholz belassen, um ein wertvolles Biotop für die Insektenwelt zu schaffen.

Totholzhecke als ökologischer Lebensraum

Für die gefällten Bäume im oberen Bereich des Berges hatte Organisator Detlef Wenzel eine besondere Idee: Gemeinsam mit den Naturfreunden wurde eine extensive Totholzhecke angelegt, die nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tierarten bietet, sondern auch eine praktische Funktion erfüllen wird. „Spätestens im Frühherbst werden hier zwei überdachte Bank-Tisch-Kombinationen aufgestellt, die zu gemütlichen Picknicks einladen“, erklärt Wenzel. Um der Hecke Stabilität zu verleihen, konstruierten die Helfer ein solides Haltegerüst aus gefällten Baumstämmen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Logistische Herausforderungen gemeistert

Die Arbeiten stellten die Freiwilligen vor einige Herausforderungen. Um die schweren Stämme den Hang hinaufzubefördern, war der Einsatz eines Radladers notwendig, den die Gruppe organisiert hatte. Radladerfahrer Nick Rücker brachte dabei sein ganzes fahrerisches Können ein und packte auch beim Bau der Totholzhecke tatkräftig mit an.

Ehrenamtliche sorgen für saubere Laufstrecken

Bevor mit den eigentlichen Gestaltungsarbeiten begonnen werden konnte, nahm sich Helfer Ralf Schönberg einer weniger glamourösen, aber ebenso wichtigen Aufgabe an: dem Einsammeln von Wanderermüll. „Das Müllsammeln kann man mit Unkraut jäten vergleichen: Bist du hinten, fängst du von vorn wieder an“, stellte Schönberg fest und betonte, dass die Teilnahme für ihn Ehrensache sei. „Ich habe in den Tannen meine Laufstrecke, da ist es schön, wenn dieser Bereich wieder zugänglich ist. Früher war ich oft mit meinen Kindern hier, dann wuchs alles zu und der Reiz ging verloren.“

Begeisterung und leise Kritik

Die Helfer zeigten durchweg großen Einsatz und Begeisterung. Manuela Wagler, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas anrückte, merkte an: „Wir sind gern in der Natur und nutzen die Tannen als Walkingstrecke. Es ist toll, wie unkonventionell diese kleine Gruppe von Helfern sich ins Zeug legt.“ Organisator Wenzel freute sich zwar über den erfolgreichen zweiten Schritt der Neugestaltung, äußerte aber auch Enttäuschung über die Demminer Stadtverwaltung. Er hatte erwartet, dass das Bauamt Vorarbeiten wie den Rückschnitt der Rubinien am Hang übernehmen würde, was jedoch bis zum Einsatzwochenende nicht geschehen war. „Alle Helfer sind mit Feuereifer und Fleiß dabei. Wir hätten weiter sein können“, bedauerte Wenzel.

Ausblick auf die nächsten Schritte

Nach der erfolgreichen Anlage der Totholzhecke und der Freilegung des Ausblicks stehen als Nächstes die Aufstellung der Picknickbänke und die Herrichtung der Wanderwege auf dem Programm. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch ehrenamtliches Engagement und lokale Initiative versteckte Naturjuwelen wie das Utkiek für die Öffentlichkeit zurückgewonnen werden können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration