Mikrowald-Pflanzaktion in Klein Trebbow: 320 Bäume und Sträucher für besseres Klima
In einer bemerkenswerten Gemeinschaftsaktion haben Freiwillige in Klein Trebbow einen sogenannten Mikrowald gepflanzt, der das lokale Klima nachhaltig verbessern soll. Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Klein Trebbow hatte zu dieser besonderen Pflanzaktion aufgerufen, bei der auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern insgesamt 190 Bäume und 130 Sträucher in die Erde gebracht wurden.
Gemeinsam für ein besseres Mikroklima
Fast 30 engagierte Mitstreiter folgten dem Aufruf der SoLaWi und trafen sich am vergangenen Sonnabend, um gemeinsam diese grüne Oase zu schaffen. „Mit den gezielten Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern können wir auf unseren Flächen das Mikroklima deutlich verbessern“, erklärt Christoph Schwitzke, Biologe und Gärtner der SoLaWi. Der Experte wies die Helfer fachkundig ein und erläuterte die richtige Pflanztechnik: „Die zu langen Wurzeln werden gekürzt. Dann den Setzling bis zum Stammansatz in den Boden einsetzen und die Erde andrücken – fertig.“
Herausforderungen und innovative Lösungen
Doch die Pflanzaktion gestaltete sich nicht ganz so einfach wie erwartet. Der Boden im zukünftigen Miniwald war stark von Quecken durchwurzelt, einem hartnäckigen Unkraut. Für dieses Problem hatte das Team jedoch eine clevere Lösung parat: Nach der Pflanzung wurde die gesamte Fläche mit Papier und Pappe abgedeckt, die anschließend mit Hackschnitzeln gesichert wurden.
Diese Methode hat gleich mehrere Vorteile:
- Sie verhindert das Austreiben der Quecken
- Sie hält die Feuchtigkeit im Boden
- Sie schützt vor Erosion durch Wind
- Die Hackschnitzel dienen als natürlicher Dünger und verwittern zu Humus
Vielfalt und natürliche Auslese
In der Eile vor dem angekündigten Nachmittagsregen pflanzten die Freiwilligen neun verschiedene Strauchsorten und dreizehn Baumarten. Bei der dichten Bepflanzung nach dem Motto „wo ein Stock steht, setzen wir einen Baum oder Strauch hin“ kam die Frage auf, ob die Pflanzen nicht zu eng stehen würden. Die beruhigende Antwort: „Das erledigt die Natur von sich aus.“ Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass sich die stärksten Pflanzen durchsetzen.
Hintergrund der Solidarischen Landwirtschaft
Die SoLaWi Klein Trebbow bewirtschaftet in Zusammenarbeit mit der Kulturland Genossenschaft derzeit 70 Hektar Land. Besonders bemerkenswert ist, dass der Gartenbereich hauptsächlich händisch bearbeitet wird. Nur für besonders körperlich schwere Arbeiten kommt eine kleine Maschine zum Einsatz.
Durch ihre Arbeit versorgt die SoLaWi über ihre Mitglieder rund 120 Familien mit gesunden Lebensmitteln. In den Wintermonaten erfolgt die Ausgabe vierzehntägig, ab Frühjahrsende wöchentlich am Donnerstag auf dem Polandschen Hof in Klein Trebbow. Die Gemeinschaft freut sich stets über neue Mitstreiter, die sich für nachhaltige Landwirtschaft und praktischen Umweltschutz engagieren möchten.
Diese Mikrowald-Pflanzaktion zeigt eindrucksvoll, wie lokales Engagement und fachkundige Anleitung zusammenwirken können, um konkrete Beiträge zum Klimaschutz zu leisten. Die neu gepflanzten Bäume und Sträucher werden nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten und die Biodiversität in der Region stärken.



