Liebestolle Luchse in Thüringen: Fotofallen dokumentieren Paarungszeit der bedrohten Wildkatzen
Luchse in Thüringen: Fotofallen dokumentieren Paarungszeit

Liebestolle Luchse in Thüringen: Fotofallen dokumentieren Paarungszeit der bedrohten Wildkatzen

Die Paarungszeit beschert derzeit zahlreiche Nachweise von Luchsen in den thüringischen Wäldern. Im Februar erreicht die sogenannte Ranzzeit bei den Wildtieren ihren Höhepunkt, wie der Thüringer Landesverband des BUND mitteilte. Besonders die männlichen Tiere, die Kuder genannt werden, streifen verstärkt umher und markieren ihre Reviere, wobei sie regelmäßig in Fotofallen tappen.

Fotofallen als wichtiges Monitoring-Instrument

Durch den Einsatz der Fotofallen können wir unsere Luchse auch nach Ausfall der Halsbandsender zuverlässig nachweisen, erklärt Markus Port, Luchsexperte des BUND Thüringen. Besonders gut gelinge dies während der Paarungszeit, wenn insbesondere die Kuder weite Strecken zurücklegen. Sollte es im Frühjahr tatsächlich Nachwuchs bei den Luchsen geben, könnte dieser mit etwas Glück ab dem Spätsommer ebenfalls in die Fotofallen tapsen.

Netzwerken für bedrohte Pinselohren

Nachwuchs gilt als großer Erfolg für den Artenschutz, denn der Luchs gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Bundesweit leben laut BUND Thüringen weniger als 200 erwachsene Tiere in voneinander isolierten Populationen. Um diese Populationen durch Auswilderungen zu vernetzen, arbeitet der BUND Thüringen bei dem vom Thüringer Umweltministerium geförderten Gemeinschaftsprojekt Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen mit verschiedenen Partnern zusammen:

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  • WWF
  • ThüringenForst
  • Wildkatzendorf Hütscheroda

Insgesamt soll der Luchsbestand in Mitteleuropa so gestärkt werden. Etliche der Luchse, die innerhalb des Projekts im Thüringer Wald ausgewildert wurden, stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).

Auswilderungen für stabile Populationen

Für das laufende Jahr sind ebenfalls Auswilderungen geplant. Auf diese Weise soll das noch kleine Luchsvorkommen im Thüringer Wald auf eine stabile Größe anwachsen, erläutert Max Boxleitner, Projektleiter beim WWF. Das Projekt zielt darauf ab, die isolierten Luchspopulationen in Deutschland und Europa besser zu vernetzen und damit die genetische Vielfalt zu erhalten.

Die aktuellen Fotofallen-Aufnahmen zeigen nicht nur die Aktivitäten der Luchse während der Paarungszeit, sondern liefern auch wertvolle Daten für das Monitoring der ausgewilderten Tiere. Diese Informationen sind entscheidend, um den Erfolg der Artenschutzmaßnahmen langfristig zu bewerten und anzupassen.

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