Löcher im Garten: Tierische Verursacher erkennen und wirksam vertreiben
Mit den steigenden Temperaturen und den wärmeren Sonnenstrahlen zieht es die Menschen wieder vermehrt ins Freie. Die Gartenarbeit steht bald an, und der Garten soll gepflegt und ansehnlich wirken. Doch unerwartet auftretende Erdlöcher stören nicht nur das ästhetische Erscheinungsbild, sondern können auch zu gefährlichen Stolperfallen werden. Die Verursacher dieser Löcher sind oft ganz verschiedene Tiere, die zu unterschiedlichen Zwecken graben – sei es zum Leben, zur Nahrungssuche oder zum Nestbau.
Typische Verursacher und ihre Merkmale
Tiefe, Größe und Häufigkeit der Löcher geben wichtige Hinweise auf den Verantwortlichen. Ratten und Mäuse hinterlassen beispielsweise runde Öffnungen mit einem Durchmesser von etwa acht bis zwanzig Zentimetern, die senkrecht in den Boden führen. Sie graben bevorzugt in der Nähe von Baumstümpfen, Komposthaufen oder unter Steinplatten. Spindelförmige und glänzende Kotspuren sind weitere Indizien für Nagetiere, wobei Rattenkot deutlich größer ist als der von Mäusen.
Wühlmäuse sind besonders lästig, da sie nicht nur den Rasen zerwühlen, sondern auch an den Wurzeln von Gartenpflanzen knabbern. Sie buddeln ähnlich wie Maulwürfe ganze Gangsysteme oder besetzen bereits vorhandene Gänge. Ihre Eingangslöcher haben einen ovalen Querschnitt und bleiben meist über längere Zeit offen.
Vögel picken unzählige kleine Löcher in den Rasen, um nach Würmern und Insektenlarven zu suchen. Diese Löcher sind typischerweise flach und zahlreich. Gegen die Insektenlarven, die Vögel anlocken, können Nematoden (Fadenwürmer) eingesetzt werden.
Weitere tierische Gartenbesucher
Waschbären hinterlassen keine tiefen Löcher, sondern flache Vertiefungen im Gartenboden, die oft von Kratzspuren umgeben sind. Sie graben oberflächlich, um nach Nahrung zu suchen. Da Waschbären große Fans von Mülltonnen und Fallobst sind, sollten diese nicht in ihrer Reichweite stehen.
Igel graben kleine, trichterförmige Vertiefungen von etwa zwei Zentimetern, um nach Nahrung zu suchen. Diese schutzwürdigen Tiere sollten nicht gestört werden.
Erdwespen nutzen gerne vorhandene Mäuselöcher oder kleine Nischen an geschützten Orten, um ihre Nester zu bauen. Die Eingänge zu ihren unterirdischen Nestern sind etwa ein Zentimeter große Löcher. Da sie durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind, dürfen sie nicht getötet werden, und ein eigenmächtiges Vorgehen kann erhebliche Geldstrafen nach sich ziehen.
Der Maulwurf: Nützlich, aber ungebeten
Maulwürfe mit ihren charakteristischen rosa Näschen sehen zwar niedlich aus, können im Garten jedoch ein beträchtliches Chaos anrichten. Sie sind an einer Reihe großer Erdhügel erkennbar, die ihr Tunnelsystem unter der Erdoberfläche markieren. Auch Maulwürfe sind streng geschützt und dürfen weder getötet noch gefangen werden. Für den Garten sind sie sogar nützlich, da sie den Boden lockern und so die Belüftung verbessern. Die Erdhügel lassen sich leicht mit einem Rechen einebnen und können bei Bedarf neu eingesät werden.
Vertreibungsmethoden und Prävention
Um ungebetene Gäste loszuwerden, können verschiedene Methoden angewendet werden. Das Auslegen von Pfeffer, Chili oder benutztem Katzenstreu kann laut Experten helfen, Tiere wie Wühlmäuse zu vertreiben. Grundsätzlich gilt zur Prävention:
- Nahrung sollte nicht offen zugänglich sein
- Abfalleimer müssen fest verschlossen werden
- Fallobst sollte regelmäßig entfernt werden und nicht herumliegen
Löcher ausbessern: Schritt für Schritt
In Bodenlöchern breiten sich oft Unkräuter aus. Um dies zu verhindern, sollten sie mechanisch entfernt oder mit einem Herbizid bekämpft werden. Sind die Ursachen erkannt, können die Löcher ausgebessert werden. Kahle Stellen im Rasen können nachgesät werden, während tiefe Löcher mit Erde aufgefüllt werden sollten. Kleine Macken an der Oberfläche lassen sich mit Blumenerde und hochwertigem Rasensaatgut reparieren.
Dafür werden die betroffenen Stellen mit einem Spaten ausgestochen und der Untergrund zunächst gelockert. Löcher, die tiefer als fünf Zentimeter sind, werden zunächst mit Blumenerde aufgefüllt. Anschließend wird ein Mix aus Samen und Erde auf der Oberfläche verteilt und die Erde festgetreten. So erhalten die Samen einen guten Bodenschluss und der Boden bekommt eine Extraportion Humus. Wichtig ist, dass die Samen bis zum Keimen feucht bleiben.
Weitere mögliche Verursacher von Löchern im Garten sind Ameisen, Maulwurfsgrillen, Regenwürmer sowie größere Wildtiere wie Füchse oder Wildkaninchen. Durch aufmerksame Beobachtung und gezielte Maßnahmen können Gartenbesitzer ihr Grün jedoch schützen und in vollem Glanz erstrahlen lassen.



