Naturschutzprojekt in Kleiner Schorfheide: Heide gerettet und tonnenweise Altmunition geborgen
Heide gerettet und Altmunition geborgen in Kleiner Schorfheide

Umfassendes Naturschutzprojekt in der Kleinen Schorfheide abgeschlossen

Der Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft hat ein bedeutendes Naturschutzprojekt im Naturschutzgebiet „Kleine Schorfheide“ erfolgreich abgeschlossen. Mit einem Investitionsvolumen von 975.000 Euro wurden gleichzeitig Heideflächen gesichert, gefährliche Altmunition geborgen und wertvolle Lebensräume für seltene Arten geschaffen.

Heideflächen freigestellt und gepflegt

Seit August 2025 wurden auf insgesamt 63 Hektar in 13 Teilflächen Gehölze entnommen, um die charakteristischen Heideflächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz wiederherzustellen. Projektverantwortliche Heide Wonitzki betont: „Wir haben hier eine Win-Win-Situation geschaffen – Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten und gleichzeitig Brandgefahr durch Kampfmittelberäumung reduziert.“

Die Maßnahmen umfassten:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Mosaikartige Mahd auf 20 Hektar Heidefläche
  • Pflanzung von Heidepartien für Reetdachabdeckungen
  • Erhalt wertvoller Einzelbäume, insbesondere aller Eichen
  • Belassung von Totholz und Stubben als Insektenhabitate

Kampfmittelberäumung mit beeindruckenden Ergebnissen

Die K&L Altmark GmbH übernahm die technisch anspruchsvolle Umsetzung des Projektes. Betriebsleiter André Freier schildert die Herausforderungen: „Die Suchgeräte piepten andauernd. Man wusste nie vorher, ob es nur Schrott oder scharfe Munitionsreste waren.“ Deshalb kamen spezielle gepanzerte Technik und erfahrene Räumtrupps zum Einsatz.

Die Bergungsergebnisse sind beeindruckend:

  1. 2500 Schuss Infanteriemunition
  2. 15 Handgranaten und 11 Panzerfäuste
  3. 350 Granaten verschiedener Kaliber
  4. 20 Minen und 25 Granaten (125 Millimeter)
  5. 5 Tonnen Munitionsschrott mit Sprengstoffresten
  6. 7 Tonnen Zivilschrott

Lebensraum für seltene Arten geschaffen

Besonders bedeutsam ist die Schaffung spezieller Habitate. Auf einem Hektar Dünenlandschaft wurde der Boden streifenförmig umgebrochen. Wonitzki erklärt: „Zwei Drittel aller Wildbienenarten benötigen solche offenen Bodenstellen als Neststandorte.“ Im Gebiet konnten bereits rund 640 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden.

Langfristige Verpflichtungen und Projektgeschichte

Der Förderverein muss den erreichten Erhaltungszustand auf den Projektflächen 20 Jahre lang bewahren. Geschäftsführer Mattes Krüger erinnert an die Hintergründe: „Deutschland ist verpflichtet, diese als schützenswerte Lebensraumtypen an die EU gemeldeten Flächen zu bewahren.“ Bereits 2020-2022 gab es erste Maßnahmen, die in der Bevölkerung zunächst auf Unverständnis stießen.

Das aktuelle Großprojekt wurde vom Büro Bornholdt Ingenieure geplant und erfolgte in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde. Nach anfänglichen Förderungsproblemen konnte 2025 eine ILB-Förderung zum Schutz des natürlichen Erbes realisiert werden.

Die Gehölze aus den Räumungsarbeiten wurden als Hackschnitzel in ein Biomassekraftwerk in Eberswalde geliefert, wodurch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft entstand. Die Jungheide auf den beräumten Flächen benötigt nun Zeit, um sich zu den charakteristischen Büschen zu entwickeln – ein Prozess, der durch das Projekt optimal vorbereitet wurde.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration