Vom Truppenübungsplatz zum Naturparadies: Exkursion zeigt Landschaftswandel bei Granzin
Eine faszinierende Exkursion im Müritz-Nationalpark demonstriert eindrucksvoll, wie sich ehemalige Militärflächen in wertvolle Lebensräume für die Natur verwandelt haben. Unter dem Titel „Von der Wüste zur Wildnis“ lädt das Müritz-Nationalparkamt am Ostersamstag, dem 4. April, zu einer geführten Wanderung auf den früheren Truppenübungsplatz zwischen Kratzeburg und Speck ein.
Jahresthema „Natur belebt – Renaturierungen in den Nationalen Naturlandschaften MV“
Die Tour ist ein zentraler Bestandteil des diesjährigen Jahresthemas „Natur belebt – Renaturierungen in den Nationalen Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommern“. Das primäre Ziel dieser Veranstaltung besteht darin, die dynamischen Entwicklungen der Landschaft sowie aktuelle Fragestellungen des Naturschutzes direkt vor Ort anschaulich zu erläutern und zu diskutieren.
Historischer Rückblick: Vom Schießplatz zur Heidelandschaft
Vor etwa drei Jahrzehnten präsentierte sich die Fläche noch überwiegend als sandige und offene Wüstenlandschaft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte die sowjetische Armee die damals waldfreien Abschnitte intensiv als Schießplatz für militärische Übungen. Heute hingegen sind weite Teile des Gebietes wieder vollständig von der Natur geprägt und zurückerobert worden.
In der offiziellen Veranstaltungsankündigung wird betont, dass sich auf den offenen Sandflächen, in feuchten Senken sowie an den Übergängen zur Havelniederung vielfältige und artenreiche Lebensräume entwickelt haben. Diese ökologische Transformation stellt ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen dar.
Inhalte und Schwerpunkte der Exkursion
Während der geführten Wanderung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfassende Einblicke in folgende Aspekte:
- Welche spezifischen Biotope sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden und wie werden diese fachlich bewertet?
- Welche besonderen Herausforderungen bringt ein Gelände mit möglicher Munitionsbelastung für die praktische Pflege und den langfristigen Schutz mit sich?
- Wie wirken sich frühere militärische Nutzungen noch heute auf die Landschaftsstruktur und -dynamik aus?
Praktische Informationen zur Veranstaltung
Die Tour erstreckt sich über eine Strecke von etwa 3,5 Kilometern und bietet tiefgehende Einblicke in ökologische Entwicklungsprozesse sowie die tägliche Arbeit des praktischen Naturschutzes. Der Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz an der Havel in Granzin bei Kratzeburg. Die Gesamtdauer der Exkursion beträgt ungefähr drei Stunden.
Der Veranstalter empfiehlt allen Teilnehmenden festes Schuhwerk und witterungsgerechte Kleidung, um den Ausflug in die wiedererstandene Naturlandschaft optimal genießen zu können. Diese Wanderung verdeutlicht eindrucksvoll, wie vergessene Militärflächen zu lebendigen Naturparadiesen werden können.



