Sechs Jahre Biberverordnung: Experten fordern Anpassungen für besseren Artenschutz
Biberverordnung nach sechs Jahren: Experten diskutieren Verbesserungen

Sechs Jahre Biberverordnung: Experten fordern Anpassungen für besseren Artenschutz

In Anklam haben sich Fachleute versammelt, um über die Biberverordnung zu diskutieren, die seit sechs Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gilt. Der Biber, einst nahezu ausgestorben, hat sich in den letzten drei Jahrzehnten im Land rasant ausgebreitet und fühlt sich offenbar pudelwohl. Mittlerweile ist der Nager mit seinem starken Drang zur Landschaftsgestaltung durch Staumaßnahmen in nahezu allen Gewässern des östlichen Landesteils heimisch.

Biber-Hotspot Anklamer Region mit hohen Schäden

Den Biber-Hotspot bildet dabei die Anklamer Region, wo sowohl die Population als auch die Summe der Schäden besonders groß ist. Im Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Peene“ richtet der Biber erhebliche Schäden an. In Vorpommern lebt rund jeder zweite der insgesamt 4500 Biber im Land, was unter anderem auf die Topografie mit vielen Mooren und dem landesweit größten Anteil von Fließgewässern zurückzuführen ist.

Vor gut sieben Jahren setzte diese Region den Landwirtschaftsminister ins Benehmen, als die Probleme mit dem Tier mit dem lateinischen Namen „Castor fiber“ zunahmen. Till Backhaus (SPD), Agrar-, Umwelt- und Klimaschutzminister, blickte zurück und betonte, dass die Diskussion von Anfang an sachlich und fachlich fundiert geführt wurde. Dies habe dazu geführt, dass er innerhalb weniger als eines Jahres eine Biberverordnung erließ, die nun seit sechs Jahren Bestand hat.

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Expertenrunde in Anklam diskutiert Verbesserungsbedarf

Am Mittwoch fand in Anklam eine Expertenrunde statt, um eine Auswertung der Verordnung vorzunehmen. Minister Backhaus war erneut vor Ort und lobte den fachlichen Umgang miteinander. Die betroffenen Stellen, darunter Wasser- und Bodenverbände, die Untere Naturschutzbehörde und Landwirte, zeigten sich im Großen und Ganzen zufrieden, schlossen jedoch Nachbesserungsbedarf nicht aus.

Ein zentraler Wunsch ist die Erweiterung des Kreises der rund 100 Biberfallmanager im Land. Eine Idee, die in Anklam aufkam, sieht vor, dass auch betroffene Landwirte sich in diesem Bereich schulen und ausbilden lassen können, um Verfahren zusammen mit den Behörden zu beschleunigen. Christian Hildebrandt von der Unteren Naturschutzbehörde Vorpommern-Greifswald begrüßte diesen Vorschlag.

Weitere Vorschläge für eine verbesserte Biberverordnung

Weitere Vorschläge von Hildebrandt fanden großen Zuspruch. Dazu zählt:

  • Die Erfassung in einem zentralen Biberportal zu bündeln, das auf vorhandenem Kartenmaterial beim Land aufsetzt und die Dokumentation erheblich verbessern könnte.
  • Die Ausweitung der Biberverordnung auf Durchlässe, den Innenbereich von Städten und Gemeinden sowie in Sonderfällen in historischen Parkanlagen, wo die Landschaftsgestaltung des Bibers unerwünscht ist.

Minister Backhaus sicherte zu, konstruktive Vorschläge schnell zu prüfen und in die Verordnung aufzunehmen. Er mahnte jedoch zur Vorsicht, da der Artenschutz und der besondere Schutz des Bibers eingehalten und erkennbar bleiben müssen. Backhaus bot an, über weitere praktische Verbesserungen zu sprechen und setzte einen ambitionierten Zeitrahmen: Bis Ende Mai möchte er das Thema abgearbeitet und die Biberverordnung überarbeitet haben.

Die Diskussion in Anklam zeigt, dass trotz der Erfolge der letzten Jahre Anpassungen notwendig sind, um den Schutz des Bibers und die Interessen der betroffenen Gemeinden in Einklang zu bringen. Die Experten sind optimistisch, dass mit den vorgeschlagenen Maßnahmen eine balancierte Lösung gefunden werden kann.

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