Schüler verwandeln Schulwald in Mirow zum lebendigen Klassenzimmer
Im malerischen Schulwald bei Mirow in der Mecklenburgischen Seenplatte herrschte in diesen Tagen reges Treiben. Zum bereits dritten Mal in Folge haben Schüler der ersten Klassen der Grundschule Mirow tatkräftig angepackt und mehr als 1000 junge Bäume gepflanzt. Diese außergewöhnliche Aktion verwandelt das Waldstück Schritt für Schritt in ein interdisziplinäres Lernlabor, das den Herausforderungen des Klimawandels aktiv begegnet.
Generationenübergreifende Zusammenarbeit für den Wald der Zukunft
Organisiert wurde die Pflanzaktion von der renommierten Schulwald-Akademie „Jost Reinhold“ in enger Kooperation mit dem Schulverein des Gymnasiums Carolinum, der engagierten Stiftung „Wälder für Morgen“, dem kompetenten Forstamt Mirow und der Freiwilligen Feuerwehr Wesenberg. Besonders bemerkenswert war die generationsübergreifende Unterstützung: Neben erfahrenen Förstern und engagierten Lehrern halfen auch motivierte Studenten aus Berlin sowie Mitglieder der Revierförsterei Wesenberg den jungen Baumpflanzern.
„Hier arbeiten die Schüler wirklich zusammen, um unseren Schulwald auf den Klimawandel vorzubereiten und aus dieser Erfahrung gemeinsam zu lernen“, betonte die engagierte Schulwald-Koordinatorin Alexa Beaucamp mit sichtlichem Stolz. Die Kinder hatten bereits in den vergangenen Monaten intensive Vorarbeit geleistet: Sie sammelten Eicheln in einem zertifizierten Forstbetrieb, säten diese fachmännisch im Schulwald aus und verteilten sie in liebevoll selbst gebauten Häherkästen.
Praktisches Lernen mit Spaten und Forschergeist
In gut koordinierten Gruppen eingeteilt, machten sich die Erstklässler unter fachkundiger Anleitung von Schulleiter Marvik Fischer und Revierförster Hubert Beese aus Mirow ans Werk. Gemeinsam suchten sie zunächst Bereiche mit optimalen Lichtverhältnissen aus, bereiteten dann mit kräftigen Spatenstößen die Pflanzlöcher vor und setzten schließlich die jungen Bäume mit großer Sorgfalt ein. Die Futterkästen für Eichelhäher werden dabei regelmäßig kontrolliert und jede entnommene Eichel akribisch dokumentiert – ein erster Schritt zur wissenschaftlichen Datenerhebung.
„Das Besondere an der diesjährigen Aktion ist, dass deutlich sichtbar wird, wie interdisziplinär und generationsübergreifend das Schulwaldprojekt mittlerweile wirkt“, erklärte Mirows Bürgermeister Henry Tesch, der selbst mit Hand anlegte. Seit mehreren Jahren sind bereits Gymnasiasten im Rahmen des Wahlpflichtkurses „Schulwald“ in das Management der Waldflächen eingebunden und erleben dabei hautnah, wie Bäume professionell markiert, mit modernen Harvestern gefällt und schonend aus dem Wald transportiert werden.
Internationale Forschung und nachhaltige Pflege
Nun beginnt die spannende Phase der Beobachtung und Pflege. Die jungen Bäume müssen regelmäßig kontrolliert, gewässert und vor Wildverbiss geschützt werden. Beim nächsten internationalen Willy-Cup im Mai am Gymnasium Carolinum wird das Projekt eine weitere Dimension erhalten: Gemeinsam mit norwegischen, dänischen und deutschen Schülern werden auf der neu bepflanzten Fläche systematisch Daten erhoben.
Diese wertvollen Informationen werden anschließend in enger Kooperation mit dem spezialisierten Schulwald-IT-Team wissenschaftlich ausgewertet. So können die teilnehmenden Schüler fachübergreifend erforschen, wie sich ihr Schulwald konkret entwickelt und ob er tatsächlich zu einem strukturreichen, klimaresistenten Mischwald heranwächst – ein einzigartiges Bildungsprojekt, das Theorie und Praxis vorbildlich verbindet und junge Menschen zu aktiven Gestaltern ihrer Umwelt macht.



