Erneuter ASP-Ausbruch im Kreis Görlitz: Sperrzonen wieder aktiv - Intensive Maßnahmen gegen Ausbreitung
ASP-Ausbruch in Görlitz: Sperrzonen wieder aktiv

Erneuter ASP-Ausbruch im Kreis Görlitz: Sperrzonen wieder in Kraft gesetzt

Nach einem neuerlichen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Görlitz in Sachsen wurden umgehend wieder umfangreiche Sperrzonen aktiviert. Die Behörden reagieren damit auf den Fund eines infizierten Wildschweins in den Königshainer Bergen am 31. März 2026. Erst im Spätherbst des Vorjahres waren alle Schutzmaßnahmen nach einer fünfjährigen ASP-Präsenz in der Region aufgehoben worden.

Zwei Sperrzonen mit unterschiedlichen Schutzstufen eingerichtet

Das sächsische Sozialministerium hat eine zweistufige Sperrzone verhängt. Die Sperrzone II, auch als Gefährdetes Gebiet bezeichnet, erstreckt sich mit einem Radius von etwa zehn Kilometern um den Fundort des verendeten Tieres. Dieses Gebiet umfasst Flächen oder Teilflächen von dreizehn Gemeinden: Hohendubrau, Horka, Kodersdorf, Königshain, Markersdorf, Neißeaue, Quitzdorf am See, Schöpstal, Löbau, Niesky, Reichenbach, Vierkirchen und Waldhufen.

Zusätzlich wurde eine Pufferzone (Sperrzone I) eingerichtet, die sich im Westen an den bestehenden Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen anschließt und die Sperrzone II vollständig umschließt. Diese Maßnahmen erfolgen in strikter Einhaltung der Vorgaben der Europäischen Union.

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Intensive Bekämpfungsmaßnahmen und Appell an Landwirte

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) betonte die Dringlichkeit der Situation: „Mit der Errichtung der Sperrzonen folgen wir den Auflagen der EU-Kommission. In dem Gebiet wird nun mit intensiver Fallwildsuche und gezielter Bejagung von Schwarzwild versucht, das Krankheitsgeschehen zu begrenzen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Die Ministerin richtete einen eindringlichen Appell an alle Landwirte mit Schweinemast- und Schweinezuchtbetrieben in der betroffenen Region: „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Schutzmaßnahmen streng eingehalten werden, damit das Virus auch weiterhin keine Hausschweine befällt.“ Die Behörden setzen auf eine Kombination aus Überwachung und aktiver Reduzierung der Wildschweinpopulation, um die Seuche einzudämmen.

Hintergrund: Die Afrikanische Schweinepest und ihre Verbreitung in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine betrifft. Für Menschen sowie für andere Tierarten stellt sie keine Gefahr dar. Die Erkrankung verläuft bei infizierten Tieren fast immer tödlich und ist bislang unheilbar. Selbst überlebende Tiere entwickeln keine Immunität gegen das Virus und können sich erneut anstecken. Bisher existiert keine wirksame Impfmöglichkeit zum Schutz der Schweine.

Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch den Menschen über kontaminierte Gegenstände, Fahrzeuge, Kleidung oder Futter. Diese indirekten Übertragungswege machen die Seuche besonders schwer kontrollierbar.

Der erste ASP-Fall in Deutschland wurde im September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg bestätigt. Bereits Ende Oktober 2020 folgte der erste Nachweis in Sachsen. Seither hat sich die Tierseuche weiter ausgebreitet und wurde auch in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bei Wildschweinen festgestellt.

In Sachsen wurden bislang insgesamt 2.399 ASP-Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen. Erfreulicherweise waren Hausschweine in der Region bisher nicht betroffen, was auf die Wirksamkeit der bisherigen Schutzmaßnahmen hindeutet. Die aktuellen Sperrzonen sollen diese Erfolgsbilanz erhalten und eine erneute Ausbreitung der Seuche verhindern.

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