Supertaifun „Sinlaku“ trifft US-Außengebiet mit verheerender Kraft
Der Supertaifun „Sinlaku“ hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik mit voller Wucht getroffen und dabei schwere Verwüstungen angerichtet. Nach Angaben des lokalen Wetterdienstes erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von mehr als 210 Kilometern pro Stunde, als er in der Nacht auf die besonders betroffenen Inseln Saipan und Tinian traf. Das genaue Ausmaß der Schäden ist jedoch zunächst unklar geblieben.
Extrem langsame Fortbewegung verschärft die Situation
Besonders dramatisch ist die extrem langsame Fortbewegung des Taifuns, die dazu führte, dass er ungewöhnlich lange Zeit in dem US-Außengebiet mit rund 45.000 Einwohnern wütete. Meteorologe Landon Aydlett vom National Weather Service in Guam erklärte gegenüber dem australischen Sender ABC: „Das macht die Auswirkungen besonders diabolisch. Sobald es über den Inseln heller wird, werden wir mehr Klarheit haben.“ Diese langsame Bewegung erhöhte die Zerstörungskraft erheblich.
Augenzeugenberichte schildern beängstigende Szenen
Auf Tinian berichteten Augenzeugen der ABC von schweren Zerstörungen. Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband schilderte: „Es ist absolut beängstigend — man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet.“ Das weiter südlich gelegene US-Territorium Guam war ebenfalls von dem Sturm betroffen, jedoch traf er hier nicht direkt auf Land.
Neun Meter hohe Wellen und zusätzliche Gefahren
Neben den Orkanböen sorgten Sturmfluten für zusätzliche Gefahr. Auf Saipan wurden Wellenhöhen von rund neun Metern gemessen, wie die Onlinezeitung Pacific Daily News berichtete. Starke Regenfälle und Gewitter erhöhten zudem das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen erheblich.
Maßnahmen der Behörden und aktuelle Lage
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, weiter in ihren Häusern oder in Schutzräumen zu bleiben. Viele Bewohner hatten sich zuvor in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht. Auch Hunderte Touristen waren wegen gestrichener Flüge auf der Inselkette gestrandet. „Sinlaku“ wurde zwar inzwischen von einem Supertaifun herabgestuft, bleibt aber laut Wetterdienst ein sehr gefährlicher Sturm der Kategorie 4.
Historischer Vergleich und weitere Prognosen
Experten zufolge handelte es sich um den bisher stärksten Tropensturm des Jahres und den folgenschwersten seit dem Taifun Yutu im Jahr 2018, der auf den Nördlichen Marianen schwere Zerstörungen und wirtschaftliche Schäden angerichtet hatte. Prognosen zufolge wird „Sinlaku“ nun in nordwestlicher Richtung über den Pazifik weiterziehen, während die Aufräumarbeiten auf den betroffenen Inseln voraussichtlich noch lange andauern werden.



