Klimastudie warnt: Milliarden Menschen von kombinierten Hitze- und Dürreereignissen bedroht
Milliarden durch kombinierte Hitze-Dürre-Ereignisse bedroht

Klimastudie warnt vor dramatischer Zunahme kombinierter Hitze- und Dürreereignisse

Eine alarmierende neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven und des Frontier Science Center an der Ocean University of China prognostiziert, dass in den kommenden Jahrzehnten fast 2,6 Milliarden Menschen gleichzeitig von extremer Hitze und Dürre betroffen sein könnten. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass dieses gefährliche Zusammenspiel aus Rekordtemperaturen und Niederschlagsmangel durch den Klimawandel mehr als fünfmal so häufig auftreten wird wie bisher.

Besonders betroffen: Einkommensschwache Länder mit geringem Emissionsbeitrag

Besonders hart wird es die Bewohner von einkommensschwachen Ländern in den Tropen treffen, die zum globalen Treibhausgasausstoß kaum beigetragen haben. Die Analyse bestätigt die These, dass zunehmendes Extremwetter Ungleichheiten verstärkt. Länder mit niedrigem Einkommen sind einem unverhältnismäßig hohen Risiko solcher Extremsituationen ausgesetzt, obwohl sie relativ wenig zu den globalen Emissionen beitragen.

»Hitze und Dürre verstärken sich gegenseitig«, erklärte Di Cai, Klimawissenschaftler an der Ozeanuniversität Chinas und Hauptautor der Studie. »Bei kombinierten Hitze- und Trockenperioden kommt es zu Wasserknappheit und instabilen Lebensmittelpreisen. Für im Freien arbeitende Menschen ist das gefährlich.«

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Regionale Hotspots und geografische Anfälligkeit

Die Forschenden identifizierten mehrere regionale Hotspots, die besonders gefährdet sind:

  • Mittel- und Südamerika
  • Südeuropa
  • Afrika
  • Südasien

Diese Anfälligkeit ist größtenteils auf die geografische Lage und die jeweilige Klimaempfindlichkeit der Regionen zurückzuführen. Die am stärksten betroffenen Länder liegen überwiegend in tropischen und subtropischen Breitengraden, wo schon eine geringe Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen erheblich verändern kann.

Vergleich historischer und zukünftiger Klimaszenarien

Die Wissenschaftler verglichen die Veränderungen von Temperatur und Niederschlag sowie die Häufigkeit und Dauer von Hitze-Dürre-Ereignissen während dreier Zeiträume:

  1. Vorindustrielle Zeit (1850 bis 1900)
  2. Gegenwart (2001 bis 2020)
  3. Zukünftiges Klima bei einer globalen Erwärmung von etwa 2,7 Grad

Die Ergebnisse zeigen eine dramatische Zunahme der kombinierten Extremwetterereignisse. Schon für sich genommen verursachen Hitze und Dürren enorme Schäden, darunter:

  • Weniger produktive Landwirtschaft und Industrie
  • Akute Wasserknappheit
  • Erhöhte Sterblichkeit bei Mensch und Tier
  • Instabile Lebensmittelpreise

Die Forschenden weisen darauf hin, dass einkommensschwache Länder nur begrenzte Möglichkeiten zur Anpassung haben, was die Risiken zusätzlich verschärfen könnte. Diese Ungerechtigkeit im globalen Klimasystem stellt eine der größten Herausforderungen für die internationale Klimapolitik dar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration