Schwerin: Zehntausende Mülltonnen erhalten digitale Chips für eindeutige Zuordnung
Schwerin: Mülltonnen erhalten Chips für digitale Zuordnung

Schwerin rüstet zehntausende Mülltonnen mit Identifikationschips nach

In der Landeshauptstadt Schwerin läuft derzeit ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt im Bereich der Abfallentsorgung. Zwischen 38.000 und 39.000 Restabfall- und Papiertonnen werden mit speziellen Transponderchips ausgestattet, um eine eindeutige Zuordnung zu den jeweiligen Haushalten zu ermöglichen. Die Nachrüstungsarbeiten, die ursprünglich bis zum Osterwochenende abgeschlossen sein sollten, verzögern sich nun um etwa zwei Wochen und werden voraussichtlich bis Mitte April andauern.

Sechs Montageteams im gesamten Stadtgebiet im Einsatz

Seit Anfang März sind sechs Teams der beauftragten Firma C-Trace im Schweriner Stadtgebiet unterwegs, um die orangefarbenen Chips an den Müllbehältern anzubringen. „Die Behälter werden sozusagen mit den Adressen verheiratet“, erklärt SAS-Geschäftsführer Andreas Lange das Prinzip. Jeder Chip erhält eine individuelle Nummer, die digital mit der entsprechenden Anfallstelle verknüpft wird.

Die technische Umsetzung variiert je nach Tonnenmodell:

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  • Bei neueren Behältern wird der Chip in ein vorgefertigtes Chipnest an der Unterseite des Deckelrands eingesetzt
  • Ältere Modelle erhalten ein kleines Bohrloch von oben, in das der Transponder eingefügt wird

Ein erfahrener Monteur wie Silvio Schwarz von C-Trace schafft bis zu 400 Tonnen pro Tag. „Da weiß man am Abend, was man gemacht hat“, kommentiert er seine Arbeit, während er mit gezielten Hammerschlägen die Chips befestigt.

Adressaufkleber sollen Verwechslungen vermeiden

Um die Zuordnung zu erleichtern, hat die SDS alle Haushalte schriftlich über das Verfahren informiert und Aufkleber zur Adresskennzeichnung der Tonnen mitgeschickt. Dies ist besonders wichtig, da in Schwerin die Müllbehälter häufig in Gruppen am Straßenrand stehen. Ohne eine klare Kennzeichnung wäre eine eindeutige Zuordnung kaum möglich, betont Andreas Lange.

Die digitale Erfassung verfolgt mehrere Ziele:

  1. Vermeidung von Verwechslungen zwischen verschiedenen Haushalten
  2. Vereinheitlichung der Leerungsdokumentation
  3. Vereinfachung der Abrechnungsprozesse
  4. Möglichkeit zur Überprüfung korrekt angemeldeter Behälter

Biotonnen bereits seit zehn Jahren mit Chips ausgestattet

Während die Biotonnen in Schwerin bereits seit etwa einem Jahrzehnt über entsprechende Identifikationschips verfügen, werden nun erstmals auch die Restabfall- und Papiertonnen systematisch erfasst. Besonders bei den Papiertonnen dient die Nachrüstung auch einer genauen Bestandsaufnahme, da bisher nicht klar war, wie viele dieser Behälter tatsächlich im Stadtgebiet im Einsatz sind.

Andreas Lange stellt klar, dass die Funktion der Chips begrenzt ist: „Es geht ausschließlich um die Identifikation der Behälter“. Im Gegensatz zu anderen Städten sind in Schwerin keine Füllstandmessungen vorgesehen. Die reguläre Müllabfuhr läuft während der gesamten Umrüstungsphase unverändert nach dem bestehenden Abfallkalender weiter.

Die SAS bittet alle Grundstückseigentümer, ihre Tonnen auch in den kommenden zwei Wochen für die Montageteams zugänglich bereitzuhalten. Sollten Behälter bisher noch nicht umgerüstet worden sein, besteht laut Angaben der Abfallwirtschaft kein Grund zur Sorge – die betroffenen Gebiete werden systematisch abgearbeitet.

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