Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verschärft Kontrollen der Biotonnen in Neubrandenburg
Wer Plastiktüten in die Biotonne wirft, bekommt in Neubrandenburg ab Mai ernsthafte Probleme. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat am Mittwoch deutlich schärfere Kontrollen der Biotonnen im Stadtgebiet angekündigt. Hintergrund dieser Maßnahme ist die seit Mai 2025 geltende Novelle der Bioabfallverordnung, die unter anderem den zulässigen Kunststoffanteil in Bioabfällen auf höchstens ein Prozent begrenzt.
Ab Mai werden "verkehrte Tonnen" nicht mehr geleert
Das beauftragte Entsorgungsunternehmen bringt im April zunächst Hinweisaufkleber an Behältern an, in denen Fehlwürfe festgestellt werden. Die betroffenen Haushalte haben dann bis zur nächsten Entsorgungsfahrt Zeit, den Abfall nachzusortieren. Ab Mai gilt jedoch ein härterer Kurs: Biotonnen, in denen etwa Plastiktüten oder andere nicht zugelassene Abfälle liegen, werden nicht mehr geleert. Wer nicht nachsortiert, muss damit rechnen, dass der Inhalt kostenpflichtig als Restabfall entsorgt wird.
Was gehört wirklich in die Biotonne?
Laut der Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises gehören ausschließlich kompostierbare Abfälle in die Biotonne. Dazu zählen:
- Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste
- Kaffeefilter und Teebeutel
- Gartenabfälle wie Laub und Rasenschnitt
- Papiertaschentücher und Küchenpapier
Wichtig zu wissen: Kunststofftüten sind auch dann nicht erlaubt, wenn sie als biologisch abbaubar beworben werden. Diese zersetzen sich in den Kompostieranlagen nicht schnell genug und verunreinigen den wertvollen Kompost.
Biotonne im Landkreis erst ab 2028 flächendeckend geplant
Die getrennte Bioabfallsammlung gibt es bislang nur im Stadtgebiet Neubrandenburg. Dort sind Grundstückseigentümer verpflichtet, mindestens eine Biotonne vorzuhalten. Zugelassen sind Behälter mit 80, 120 oder 1100 Litern, die im 14-täglichen Rhythmus geleert werden. Ab 2028 soll die Biotonne flächendeckend im gesamten Landkreis eingeführt werden – ein Thema, das in der Kreispolitik nach wie vor für intensive Debatten sorgt und unterschiedliche Positionen hervorruft.
Weitere Informationen zur richtigen Befüllung der Biotonne finden Bürger in der MSE-Abfall-App und auf der Internetseite des Landkreises. Die verschärften Kontrollen sollen dazu beitragen, die Qualität des Bioabfalls zu verbessern und die gesetzlichen Vorgaben der Bioabfallverordnung konsequent umzusetzen.



