Neue Dinosaurier-Art Jian changmaensis in China entdeckt
Neue Dinosaurier-Art Jian changmaensis entdeckt

Neue Dinosaurier-Art in China entdeckt

Wissenschaftler haben in der Changma-Senke in der chinesischen Provinz Gansu eine neue Dinosaurier-Art entdeckt. Der Fund stammt aus der frühen Kreidezeit und ist etwa 124 bis 120 Millionen Jahre alt. Die Entdeckung wurde in den „Annals of Carnegie Museum“ veröffentlicht.

Ein gefiederter Verwandter der Vögel

Die neue Art gehört zu den Microraptorinae, einer Gruppe kleiner, gefiederter Dromaeosaurier. Diese Dinosaurier stehen nahe der Entwicklungslinie der Vögel. Der Name Jian changmaensis leitet sich von Jiān ab, einem geflügelten Wesen der chinesischen Mythologie.

Das Fossil ist kein vollständiges Skelett. Es besteht aus einem zusammenhängenden Teil der linken Schulter und des Vorderbeins. Erhalten sind das Skapulokorakoid, der Oberarmknochen, Speiche und Elle. Handwurzel und Hand fehlen. Es ist der erste Dinosaurierfund an dieser Fundstelle.

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Die Changma-Senke: Ein Hotspot für Vogelfossilien

Die Changma-Senke ist vor allem für ihre reichen Fossilien früher Vögel bekannt. Bisher wurden dort mehr als einhundert teilweise erhaltene Vogelskelette entdeckt. Viele zeigen sogar Reste von Weichteilen wie Federn, Haut oder Krallenhüllen.

Die Forscher vermuten, dass Jian changmaensis ein Jäger dieser frühen Vögel war. An der Fundstelle fanden sich zahlreiche Ansammlungen zerbrochener Vogelknochen, die an Speiballen heutiger Eulen erinnern. Ein direkter Beweis für die Urheberschaft von Jian changmaensis fehlt jedoch. Jingmai O’Connor vom Field Museum in Chicago erklärte: „Dieser neue Microraptor-Dinosaurier, Jian changmaensis, ist unsere beste Vermutung.“

Größe und Flugfähigkeit

Jian changmaensis war für einen Microraptor relativ groß. Der erhaltene Teil des Oberarmknochens ist etwa 10 Zentimeter lang. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass das Tier eine Spannweite von ungefähr 1,2 Metern hatte – vergleichbar mit einer Schleiereule.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Art lange Federn an Vorder- und Hintergliedmaßen besaß. Vermutlich konnte sie eher gleiten als aktiv fliegen. Da das Fossil unvollständig ist, stützt sich die Rekonstruktion teilweise auf verwandte Arten.

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