Luftleck im russischen ISS-Segment: Crew in Raumkapseln in Sicherheit
Auf der Internationalen Raumstation (ISS) herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa wies die Astronautinnen und Astronauten am Freitag an, sich in ihre angedockten Raumfahrzeuge zurückzuziehen und sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Grund ist ein sich verschlimmerndes Luftleck im russischen Teil des orbitalen Labors.
Vorsichtsmaßnahme der Nasa
Nach Angaben der Nasa handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, während eine russische Crew versucht, die undichte Stelle zu lokalisieren und abzudichten. Das Leck habe sich zuletzt ausgeweitet, weshalb die Abläufe an Bord auf einen möglichen Notfall ausgerichtet wurden. Die Astronauten sollten demnach in ihren Raumkapseln „sheltern“ – also in einer geschützten Position verbleiben – und bereit sein, die Station im Ernstfall zu verlassen.
Bereits bekannte Probleme
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Jahr 2020 gab es ein ähnliches Szenario, als mehrere undichte Stellen auftraten. Damals fixierten die Raumfahrer ein Loch vorübergehend sogar mit einem Teebeutel, der sich in der Schwerelosigkeit auf die undichte Stelle zubewegte. Die etwa 4,5 Zentimeter lange Öffnung wurde gestopft, löste das Problem jedoch nicht endgültig. Es dauerte Wochen, um alle Stellen zu reparieren. Auf der mehr als 25 Jahre alten Raumstation kommt es immer wieder zu Pannen.
Aktuelle Besatzung
Die aktuelle „Crew 12“ an Bord besteht aus der Nasa-Astronautin Jessica Meir, ihrem Kollegen Jack Hathaway, dem Kosmonauten Andrej Fedjajew und der Französin Sophie Adenot, Astronautin der europäischen Raumfahrtagentur Esa.
Vorheriger Notfall
Erst Mitte Januar war „Crew 11“ – die US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, der japanische Raumfahrer Kimiya Yui und der russische Kosmonaut Oleg Platonow – wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückgebracht worden. Es war der erste derartige Fall in der rund 25-jährigen Geschichte der ISS. Nähere Details zu dem medizinischen Problem und welches Crewmitglied betroffen war, gab die Nasa nicht bekannt.



