Morning Briefing: Warum der Hype um Künstliche Intelligenz nicht am Ende ist
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
Die gestrigen Nachrichten zeigen eindrucksvoll, dass der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) keineswegs abflaut. Im Gegenteil: Die Märkte befinden sich im Rausch. Nvidia-Chef Jensen Huang pries den Chipentwickler Marvell als das nächste „Billionen-Dollar-Unternehmen“ an, woraufhin die Aktie um bis zu 30 Prozent zulegte. Google sucht am Kapitalmarkt nach 80 Milliarden Dollar, um weitere KI-Kapazitäten aufzubauen. Und Microsoft kündigte an, bis 2029 mithilfe von KI einen Quantencomputerchip auf den Markt bringen zu wollen.
Schon am Tag zuvor sorgten die Aussicht auf den Billionen-Dollar-Börsengang von Anthropic oder Nvidias Vorstoß ins PC-Segment für Schlagzeilen. In den kommenden Tagen will Elon Musks Raketen- und KI-Konzern SpaceX auf Roadshow gehen, auch OpenAI verfolgt ähnliche Pläne – ebenfalls mit Billionen-Dollar-Potenzial. Die Märkte scheinen wie im Rausch, und ihre Droge heißt KI. Mein Kollege Moritz Koch formuliert es etwas feinfühliger: KI sei der seidene Faden, an dem die Weltwirtschaft hängt.
Die Gefahr des Risses
Mit seidenen Fäden ist es jedoch so: Sie sehen elegant aus, bergen aber das Risiko des Risses. Ist diese Gefahr zum jetzigen Zeitpunkt wirklich akut? Oder handelt es sich dabei eher um die ängstliche Sicht aus einem Europa, das nicht einmal ein paar 100 Milliarden Euro für den Bau von KI-Rechenzentren aufbringen kann? Während die USA und China massiv in KI investieren, droht Europa den Anschluss zu verlieren. Die Frage ist nicht, ob der Hype endet, sondern ob Europa rechtzeitig aufspringt.
Die Entwicklungen der letzten Tage zeigen: KI bleibt der zentrale Treiber der globalen Wirtschaft. Investitionen in Milliardenhöhe fließen in die Technologie, und Unternehmen wie Nvidia, Google und Microsoft setzen alles auf eine Karte. Der seidene Faden mag dünn sein, aber er ist derzeit das stärkste Band, das die Weltwirtschaft zusammenhält.



