Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX schließt einen weiteren Milliarden-Deal zur Vermietung seiner Rechenzentren ab. Wie jetzt bekannt wurde, wird Google ab Oktober dieses Jahres für einen Zeitraum von knapp fünf Jahren monatlich 920 Millionen Dollar an SpaceX zahlen. Im Gegenzug erhält der Internetkonzern dringend benötigte Computerkapazitäten für seine Dienste im Bereich Künstliche Intelligenz (KI).
SpaceX vermietet überschüssige Kapazitäten
Bereits vor einigen Wochen hatte SpaceX einen ähnlichen Vertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic bekannt gegeben. Dieser Deal umfasst Zahlungen von 1,25 Milliarden Dollar pro Monat über mehrere Jahre. Hintergrund ist, dass SpaceX nach der Integration der KI-Firma xAI von Elon Musk über deutlich mehr Rechenleistung verfügt, als für die eigenen Aktivitäten benötigt wird. Musk hatte erklärt, dass für die KI-Projekte von SpaceX, zu denen auch der Chatbot Grok gehört, nur eines der mehreren Rechenzentren ausgelastet sei. Grok ist im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic oder Googles Gemini weniger verbreitet.
Strategische Partnerschaft im KI-Wettbewerb
Indem Musk die überschüssige Rechenleistung an Google und Anthropic vermietet, unterstützt er diese Unternehmen im Wettbewerb mit OpenAI. Musk selbst war einst Mitgründer von OpenAI und liegt seit Jahren im Streit mit der Firma. Die Vermietung der Rechenzentren ist nicht nur wirtschaftlich lukrativ, sondern auch strategisch klug. KI-Infrastruktur ist extrem teuer. Google hat allein für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von bis zu 190 Milliarden Dollar angekündigt, die größtenteils in den Bau neuer Rechenzentren fließen sollen.
Finanzielle Entlastung für SpaceX
Die Mieteinnahmen kommen SpaceX zu einem günstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen plant für die kommende Woche den Börsengang und strebt dabei eine Gesamtbewertung von 1,7 Billionen Dollar an. Zudem sollen Rekordeinnahmen von 75 Milliarden Dollar erzielt werden. Allerdings stehen die reinen Geschäftszahlen in einem deutlichen Kontrast zu dieser ambitionierten Bewertung. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete SpaceX bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar einen Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar. Die Vermietung der Rechenzentren wird diese Zahlen deutlich verbessern und das Vertrauen der Anleger stärken.
Die Deals zeigen, wie eng die Verflechtungen zwischen den großen Tech-Konzernen und Raumfahrtunternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz bereits sind. Während Google und Anthropic von der zusätzlichen Rechenleistung profitieren, kann SpaceX seine Überschüsse gewinnbringend nutzen und sich finanziell besser aufstellen.



