EU-Kommission ernennt ersten KI-Sonderbeauftragten
Die Europäische Kommission hat einen bedeutenden Schritt in der KI-Politik unternommen und erstmals einen Sonderbeauftragten für künstliche Intelligenz ernannt. Der dänische Manager Jim Hagemann Snabe wird in dieser neu geschaffenen Position EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie Vizepräsidentin Henna Virkkunen künftig beraten. Das gab die Kommission am Mittwoch bekannt.
Ziel der Ernennung ist es, das transformative Potenzial von KI in der gesamten Europäischen Union zu maximieren, wie Virkkunen mitteilte. Hagemann Snabe soll die Position bis Ende März des kommenden Jahres innehaben und seine Tätigkeit unentgeltlich ausüben. Die Kommission betonte, dass die Ernennung zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die KI-Politik erfolge.
Erfahrung aus der Privatwirtschaft
Hauptgedanke hinter dem neuen Posten sei es, Erfahrungen aus Aktivitäten außerhalb der Kommission einzubringen, hieß es. Hagemann Snabe bringe 25 Jahre Erfahrung aus der IT-Branche sowie dem KI-Bereich mit. Er habe in renommierten Technologieunternehmen gearbeitet und sei Mitglied verschiedener internationaler und finanzieller Institutionen gewesen. Nach Angaben von Siemens ist er Mitglied des Aufsichtsrats des Technologiekonzerns.
Die Kommission habe vor der Ernennung eine gründliche Prüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass kein Interessenkonflikt zwischen seinen Aufgaben als Sonderbeauftragter und seinen beruflichen Tätigkeiten außerhalb der Kommission bestehe. Für die Dauer seines Mandats werde er etwa seine Mitgliedschaft im Beirat von Google Cloud aussetzen.
Aufgaben und Schwerpunkte
Der Sonderbeauftragte wird die EU-Kommission im gesamten Bereich der industriellen KI beraten. Besondere Schwerpunkte liegen laut Kommission auf der KI-Infrastruktur, einschließlich Rechenzentren, dem Bereich des sogenannten High Performance Computing (HPC) und den für den KI-Einsatz kritischen Halbleiter-Lieferketten. Zudem solle er einen Bericht über industrielle KI erstellen.
Mit dieser Ernennung unterstreicht die EU-Kommission ihre Ambitionen, Europa als führenden Standort für künstliche Intelligenz zu positionieren und gleichzeitig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.



