Die Obduktion des Buckelwals „Timmy“ hat am Donnerstagnachmittag am Strand der dänischen Insel Anholt begonnen. Zahlreiche Experten in Schutzanzügen trafen gegen 16:15 Uhr ein, um den Kadaver zu untersuchen. In Livestream-Aufnahmen war zu sehen, wie die Fachleute den stark aufgeblähten Körper zunächst vermaßen und anschließend mit großen Messern an mehreren Stellen aufschnitten. Der Körper verlor daraufhin deutlich an Umfang, und die inneren Organe wurden freigelegt.
Hintergründe der Rettungsaktion
Der Buckelwal, der von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt wurde, war zuvor im Rahmen einer privaten Initiative von der Ostseeinsel Poel in die Nordsee geschleppt worden. Nur wenige Tage nach seiner Freilassung wurde der tote Wal vor der dänischen Küste entdeckt. Die Obduktion soll nun Aufschluss über die Todesursache geben.
Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen
Bereits in den vergangenen Tagen waren große Container am Strand aufgestellt und der Sandboden geebnet worden. Ein Traktor mit Anhänger brachte Leitern, Gummistiefel, Schutzanzüge, Kühlboxen und Warnhinweise. Zudem fuhren zwei Frontlader mit schwerem Gerät vor. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Die dänische Umweltschutzbehörde betonte, dass Schaulustige einen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern einhalten müssen, da der durch Faulgase aufgeblähte Kadaver explodieren könnte.
Stimmen zur Obduktion
Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen äußerte Zweifel, ob die Todesursache noch eindeutig festgestellt werden kann: „Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.“ Greenpeace-Aktivistin Daniela von Schaper forderte Konsequenzen: „Diese Geschichte ist etwas, das so nicht mehr passieren darf.“ Sie verwies auf die Gefahr von Fischernetzen, die häufig Walen zum Verhängnis würden.
Die Obduktion wird von Tierärzten und Wissenschaftlern durchgeführt, die nach Spuren von Fischernetzen im Magen-Darm-Trakt suchen. Nach der Untersuchung soll der Kadaver zerteilt und in Containern abtransportiert werden. Anwohner hoffen, dass der übel riechende Wal bald verschwindet, um Badegäste nicht abzuschrecken.



