Der US-Softwarekonzern OpenAI plant einem Zeitungsbericht zufolge den bislang größten Umbau seines KI-Chatbots ChatGPT. Die Anwendung solle zu einer sogenannten Super-App mit Programmierwerkzeugen und KI-Agenten ausgebaut werden, um den Umsatz vor einem möglichen Börsengang anzukurbeln, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag unter Berufung auf mehr als ein Dutzend aktuelle und ehemalige Mitarbeiter.
Umfassende Umstrukturierung bei OpenAI
Die Änderungen seien Teil einer umfassenden Umstrukturierung bei OpenAI. Das Unternehmen wolle sich verstärkt auf lukrative Firmenkunden konzentrieren und den Wettbewerb mit dem Rivalen Anthropic verschärfen. Eine Stellungnahme von OpenAI lag zunächst nicht vor. Im Zuge der Neuausrichtung soll das Programmierprodukt Codex aufgewertet werden.
Neuerungen in den kommenden Wochen
Die Neuerungen sollen in den kommenden Wochen zunächst als Updates für die Website und die mobilen Apps von ChatGPT eingeführt werden, hieß es in dem Bericht weiter. Um die Nutzung voranzutreiben, gestalte OpenAI die Benutzeroberfläche neu. Nutzer sollen so gezielt zu Programmierwerkzeugen, Bildgenerierung und Partnerdiensten wie Canva und Booking.com gelenkt werden.
Wachstum bei Geschäftskunden
Dem Blatt zufolge machen zwei Millionen Geschäftskunden derzeit etwa 40 Prozent des Umsatzes von OpenAI aus. Das Unternehmen erwarte, dass dieser Anteil bis zum Jahresende auf 50 Prozent steigen werde. ChatGPT hat nach Angaben des Unternehmens von Anfang des Jahres mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer und über 50 Millionen zahlende Privatkunden.
OpenAI verfolgt mit diesem Schritt eine klare Strategie: Durch die Erweiterung von ChatGPT zu einer umfassenden Plattform sollen zusätzliche Einnahmequellen erschlossen werden, insbesondere im Firmenkundensegment. Die Integration von Programmierwerkzeugen und Drittanbieterdiensten könnte die Attraktivität des Angebots erheblich steigern und die Position des Unternehmens im Wettbewerb mit anderen KI-Anbietern wie Anthropic stärken.
Die geplanten Änderungen betreffen nicht nur die Funktionalität, sondern auch die Benutzerfreundlichkeit. Eine neu gestaltete Oberfläche soll es den Nutzern erleichtern, auf die erweiterten Features zuzugreifen. Experten sehen darin einen logischen Schritt, um die hohe Nutzerbasis von ChatGPT besser zu monetarisieren und sich für einen möglichen Börsengang zu rüsten.



