Helikopter-Sonde kartiert eiszeitliche Rinnen in Brandenburgs Untergrund
Helikopter kartiert eiszeitliche Rinnen in Brandenburg

Hubschrauber erkundet eiszeitliche Spuren im Brandenburger Untergrund

Im südlichen Brandenburg bei Elsterwerda sind in diesen Tagen ungewöhnliche Fluggeräusche zu hören. Ein Hubschrauber der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zieht im Tiefflug eine zehn Meter lange Sonde über die Landschaft. Die Mission: die Kartierung von eiszeitlichen Rinnen im geologischen Untergrund, die für den Grundwasserhaushalt der Region von entscheidender Bedeutung sind.

Elektromagnetische Messungen aus der Luft

Vom 16. bis 21. April 2026 ist der Forschungshelikopter im Landkreis Elbe-Elster unterwegs. Gestartet wird jeweils vom Flugplatz Riesa-Göhlis im benachbarten Sachsen. In einer Flughöhe von etwa 40 Metern schleppt das Luftfahrzeug eine spezielle Elektromagnetik-Sonde, die Radiowellen in verschiedenen Frequenzbereichen in den Boden sendet.

„Die wieder empfangenen Bodensignale geben uns Hinweise auf die Existenz und den Verlauf der sogenannten glazialen Rinnen“, erklärt Thomas Hiller, Wissenschaftler bei der BGR. Diese während der Eiszeit durch Schmelzwasser entstandenen Formationen im Untergrund beeinflussen maßgeblich, wo und wie schnell Grundwasser fließt.

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Forschungsprojekt mit praktischer Relevanz

Die Messflüge sind Teil eines umfassenderen Forschungsprojekts über Bergbaufolgen. Die genaue Kenntnis der unterirdischen Wasserwege ist nicht nur für die Grundwasserbewirtschaftung wichtig, sondern auch für die Bewertung von Umweltauswirkungen historischer Bergbautätigkeiten.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mit Hauptsitz in Hannover unterhält eine Außenstelle in Cottbus, von der aus die Untersuchungen in Brandenburg koordiniert werden. Die jetzt gewonnenen Daten sollen helfen, ein detailliertes Bild der geologischen Strukturen im südlichen Brandenburg zu erstellen.

Die innovative Methode der luftgestützten Erkundung ermöglicht es, große Gebiete effizient zu untersuchen, ohne aufwändige Bohrungen vornehmen zu müssen. Die Ergebnisse werden nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Wasserwirtschaftsbehörden und Kommunen von großem Interesse sein.

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