Eine neuartige, autonome Toilette aus China bewegt sich selbstständig durch Wohnungen und kann per Sprachbefehl gerufen werden. Das Gerät namens „Xiaoban“ wurde vom chinesischen Technologieunternehmen Yueban auf einer Fachmesse in Shanghai vorgestellt und ist für umgerechnet rund 3700 Euro (28.999 Yuan) erhältlich. Entwickelt wurde es, um Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität den Alltag zu erleichtern.
Technische Ausstattung und Funktionsweise
Die Toilette nutzt Laser- und Ultraschallsensoren, ähnlich wie moderne Saugroboter, um Hindernissen auszuweichen und sich sicher durch Räume zu bewegen. Gesteuert wird sie per Sprachbefehl oder Fernbedienung. Nach der Nutzung fährt sie eigenständig zu einer Ladestation zurück, die an Wasser- und Abwassersysteme angeschlossen sein kann. Ist kein direkter Anschluss vorhanden, bringt ein ausfahrbarer Roboterarm die Abfälle zu einer herkömmlichen Toilette.
Hygienefunktionen: Bidet, Trocknung und UV-Sterilisation
Statt Toilettenpapier verfügt „Xiaoban“ über ein integriertes Warmwasser-Bidet und eine Warmluft-Trocknung. Eine Selbstreinigungsfunktion sowie UV-Sterilisation sollen Bakterien abtöten und Gerüche reduzieren. Die Abfälle werden in einem geschlossenen Behälter versiegelt.
Hintergrund: Pflegekrise in China
Die Entwicklung reagiert auf strukturelle Probleme in der chinesischen Altenpflege. Laut dem chinesischen Fachportal „Unwire“ leben in China rund 320 Millionen Menschen, die 60 Jahre oder älter sind. Mehr als 45 Millionen gelten als pflegebedürftig oder von Demenz betroffen. Gleichzeitig fehlt es an Pflegekräften, sodass viele Betroffene nur eingeschränkt betreut werden können.
„Die Smart-Toilette ist eine aktive Dienstleistung statt passiver Assistenz“, erklärte ein Sprecher von Yueban. Statt dass Menschen den Weg zur Toilette zurücklegen müssen, kommt die Toilette zu ihnen. Eine internationale Verfügbarkeit wurde bisher nicht bestätigt.



