Skisprung-Star Forfang trauert bei Olympia um Vater: „Ganzen Tag nur geweint“
Forfang trauert bei Olympia um Vater: „Ganzen Tag nur geweint“

Skisprung-Star kämpft bei Olympia mit schwerem Verlust

Der norwegische Skisprung-Star Johann André Forfang (30) befindet sich bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo, Italien, in einer emotionalen Ausnahmesituation. Kurz vor Beginn der Wettkämpfe verstarb sein Vater Hugo Forfang (68) nach langer Krebserkrankung. Für den Silbermedaillengewinner von Pyeongchang 2018 ist dies ein schwerer Schlag, denn sein Vater war sein größter Fan und begleitete ihn zu nahezu allen Wettkämpfen.

„Ganzen Tag nur geweint“ – Emotionale Vorbereitung auf Olympia

Forfang schildert gegenüber der norwegischen Zeitung Dagbladet seine Gefühlswelt: „Es war eine ganz besondere Vorbereitung. Ich habe eigentlich den ganzen Tag nur geweint.“ Vor seinem Wettkampf auf der Normalschanze hörte er eine Playlist, die er gemeinsam mit seinem Vater zusammengestellt hatte. „Ich habe noch nicht so viele Wettkämpfe bestritten, ohne dass er da war. Es ist sehr schwer und speziell.“

Die Familie traf eine außergewöhnliche Entscheidung: Die Beerdigung wurde verschoben, damit Forfang bei Olympia antreten kann. „Ich bin erleichtert, dass ich nicht zwischen Olympia und der Beerdigung wählen musste“, sagte der Sportler dem norwegischen Sender NRK. Der letzte Skisprung-Wettkampf findet am 16. Februar statt, danach wird die Beisetzung stattfinden.

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Sportliches Ergebnis tritt in den Hintergrund

Beim Olympiasieg von Philipp Raimund auf der Normalschanze kam Forfang nicht über Platz neun hinaus. Doch das sportliche Ergebnis rückte angesichts des persönlichen Verlustes völlig in den Hintergrund. Im Auslauf erinnerte der 30-Jährige mit einem eigens beschrifteten Handschuh an seinen Vater – bereits beim Weltcup in Willingen hatte er mit der Aufschrift „Danke Papa“ auf seinen Handschuhen einen bewegenden Gruß gesendet.

Forfang ist überzeugt: Sein Vater hätte gewollt, dass er bei Olympia antritt. „Es war ein starker Wunsch von Papa, dass ich zu den Spielen reise und das zu Ende bringe, was trotz allem unser gemeinsames Projekt ist“, erklärte der Skispringer. Besonders schmerzhaft sei der Gedanke, dass sein Vater die Titelkämpfe nicht mehr miterleben könne. „Ich dachte, er würde während der Titelkämpfe noch hier sein. Es ist unwirklich und unglaublich schwer.“

Silbermedaillengewinner von 2018 mit bewegender Geschichte

Johann André Forfang gewann bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, Südkorea, die Silbermedaille von der Kleinschanze – hinter dem deutschen Goldgewinner Andreas Wellinger. Vier Jahre später steht er nun unter völlig anderen Vorzeichen im olympischen Wettkampfgeschehen. Sein Weg nach Predazzo ist nicht nur eine sportliche, sondern vor allem eine emotionale Herausforderung, die er im Gedenken an seinen größten Unterstützer meistert.

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