Deutsches Eiskunstlauf-Paar feiert historischen WM-Triumph in Prag
Was für ein atemberaubender Moment auf dem Eis! Das deutsche Eiskunstlauf-Paar Minerva Hase (26) und Nikita Volodin (26) hat sich bei den Weltmeisterschaften in Prag sensationell die Goldmedaille im Paarlauf gesichert. Nur fünf Wochen nach ihrem Olympia-Bronze in Italien gelang den beiden Berlinern der ganz große Wurf mit 228,33 Punkten – und damit der erste deutsche WM-Titel in dieser Disziplin seit dem Jahr 2018.
Gold trotz kleiner Unregelmäßigkeiten in der Kür
Mit einer kraftvollen, wenn auch nicht vollkommen fehlerfreien Kür verteidigten Hase und Volodin ihren hauchdünnen Vorsprung aus dem Kurzprogramm. Am Ende standen sie verdient auf dem obersten Podestplatz, vor den Europameistern und Olympia-Zweiten Anastasia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (218,41 Punkte). Die Bronzemedaille sicherten sich die Kanadier Lia Pereira und Trennt Michaud mit 216,09 Punkten.
Auch das zweite deutsche Paar zeigte eine starke Leistung: Annika Hocke und Robert Kunkel kämpften sich von Platz zehn nach dem Kurzprogramm auf einen respektablen siebten Rang vor (194,11 Punkte). Damit unterstrich das deutsche Team seine Stärke in der internationalen Eiskunstlauf-Szene.
Beeindruckende Entwicklung und möglicher Abschied
Für Hase und Volodin markiert der WM-Titel den bisher größten Erfolg ihrer gemeinsamen Karriere – und könnte gleichzeitig ihr letzter großer Wettkampf sein. Die Zukunft des erfolgreichen Duos ist derzeit noch ungewiss. „Wir werden uns nach der WM zusammensetzen und dann entscheiden“, hatte Minerva Hase bereits vor dem Wettbewerb erklärt.
Seit dreieinhalb Jahren laufen die beiden Athleten zusammen und haben eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen: Nach WM-Bronze im Jahr 2024 und WM-Silber im vergangenen Jahr folgte nun der ganz große Triumph mit der Goldmedaille. Bemerkenswert ist dabei, dass sie sich von der Abwesenheit der japanischen Olympiasieger Riku Miura/Ryuichi Kihara nicht beirren ließen.
Starke Nerven unter Druck
Nach dem Kurzprogramm lagen Hase und Volodin mit nur 0,33 Punkten minimal in Führung. In ihrer Tango-Kür zeigten sie dann Nervenstärke und Präzision. „Es war, glaube ich, unser bester Lauf, was die Verbindung zum Publikum und auch zueinander angeht“, resümierte Minerva Hase nach ihrer Darbietung.
Wie bereits bei den Olympischen Spielen gingen sie als letztes Paar auf das Eis – und hielten dem enormen Druck stand. Diesmal jedoch mit dem perfekten Abschluss: dem ersehnten WM-Gold für Deutschland. Damit schreiben sie ihr eigenes Kapitel in der deutschen Eiskunstlauf-Geschichte, sechs Jahre nach dem Triumph von Aljona Savchenko und Bruno Massot.



