Aicher verpasst Gesamtweltcup-Sieg knapp - Shiffrins historischer Triumph mit Freudentränen
Aicher verpasst Weltcup-Sieg - Shiffrins historischer Triumph

Herzschlagfinale in Norwegen: Aicher verpasst Gesamtweltcup-Sieg knapp

In einem atemberaubenden Finale des Ski-Alpin-Weltcups in Hafjell verpasste die deutsche Hoffnungsträgerin Emma Aicher den Triumph im Gesamtklassement nur knapp. Während die US-Skistar Mikaela Shiffrin nach ihrem historischen Erfolg Freudentränen vergoss, musste Aicher nach einem schweren Patzer im zweiten Durchgang eine herbe Enttäuschung hinnehmen.

Shiffrins emotionale Momente nach dem sechsten Gesamtsieg

Für Mikaela Shiffrin reichte im letzten Riesenslalom der Saison Platz elf, um die Führung im Gesamtklassement zu behaupten und sich zum sechsten Mal die große Kristallkugel zu sichern. In den Armen ihres Verlobten Aleksander Aamodt Kilde ließ die 31-Jährige ihren Emotionen freien Lauf, sank in den Schnee und schlug ungläubig die Hände vors Gesicht. „Es ist sehr emotional. Das waren meine ersten Tränen seit Olympia“, gestand die überglückliche Amerikanerin.

Aichers spektakuläre Aufholjagd bis zum Schluss

Emma Aicher ging mit 85 Punkten Rückstand ins letzte Rennen des Winters. Um im Gesamtklassement noch vorbeizuziehen, hätte sie gewinnen müssen während Shiffrin nicht hätte punkten dürfen. Die Chancen waren minimal - doch fast hätte die junge Deutsche das Unmögliche geschafft. Mit einer famosen Fahrt schob sich Aicher, die es zuvor noch nie in einem Riesenslalom auf das Podest geschafft hatte, im ersten Durchgang auf Rang drei vor. Shiffrin lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 17 und damit außerhalb der Punkteränge.

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„Meine Gedanken beim Start waren: Fahre einfach Ski und denke nicht nach! Das funktioniert am besten für mich“, schilderte Aicher bei Eurosport ihre Herangehensweise. Sie selbst war sichtlich überrascht über ihre ausgezeichnete Zeit im ersten Durchgang.

Der entscheidende Patzer im zweiten Durchgang

Der Druck auf Shiffrin war im zweiten Durchgang höher als erwartet, doch die erfahrene Amerikanerin zeigte eine deutlich bessere Fahrt und machte Platz für Platz gut. Bereits weit vor Rennende stand ihr Triumph fest. Für Aicher hingegen endete der Traum vom Gesamtweltcupsieg mit einem schweren Patzer, der sie vom Podestplatz drei auf Rang zwölf zurückfallen ließ.

Shiffrin zieht mit Rekordhalterin Moser-Pröll gleich

Durch ihren sechsten Gesamtweltcupsieg zog Mikaela Shiffrin mit der österreichischen Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll gleich, die in den 1970er-Jahren dominierte. Noch vor einigen Wochen hatte Shiffrin in der Gesamtwertung komfortabel in Führung gelegen, ehe Aicher ihre spektakuläre Aufholjagd startete und es zu diesem spannenden Finale in Norwegen kam.

Respekt und Anerkennung zwischen den Rivalinnen

Shiffrin zeigte sich nach ihrem Sieg voll des Lobes für ihre junge Konkurrentin: „Ich bin dankbar für den Zweikampf mit Emma. Was sie im ersten Durchgang gemacht hat, war spektakulär und zeigt, dass sie es kann“, sagte die Amerikanerin. Bei ServusTV fügte sie hinzu: „Sie ist eine wirklich coole, junge Frau, eine coole Sportlerin und eine coole Person. Wenn ich sie diese Saison gesehen habe, war ich immer inspiriert, wie sie solche Momente angeht.“

Shiffrin meinte damit Aichers lockere Art und ihr immer wieder wiederholtes Mantra, einfach nur gut skifahren zu wollen. „Das ist eine coole Herangehensweise. Wundervoll“, sagte die Amerikanerin anerkennend.

Aichers erfolgreichste Saison trotz Hundertstelpech

Für Emma Aicher war es die mit Abstand erfolgreichste Saison ihrer noch jungen Karriere. Die gebürtige Schwedin überzeugte bereits die ganze Saison in den Speed-Events und im Slalom, feierte zehn Podestplätze und davon drei Siege. Im Finale kam sogar noch der Riesenslalom als ihre vermeintlich schwächste Disziplin dazu. Auf die Frage, warum es jetzt auch dort läuft, antwortete Aicher schlicht: „Keine Ahnung. Ich mache eigentlich genau dasselbe wie immer. Ich weiß nicht, warum es jetzt klappt.“

Dabei verpasste die große deutsche Zukunftshoffnung in dieser Saison etliche Punkte wegen Hundertstelpech bei gleich mehreren Rennen, was ihr Siege oder noch bessere Platzierungen kostete. Die übrigen deutschen Fahrerinnen Lena Dürr und Kira Weidle-Winkelmann fuhren im Finale nicht in die Punkteränge.

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Trotz der Enttäuschung über den verpassten Gesamtweltcupsieg hat Emma Aicher mit ihrer Leistung in dieser Saison eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu den weltbesten Skirennfahrerinnen gehört und in Zukunft sicherlich noch viele Erfolge feiern wird.