Paralympics-Star Lindy Ave entdeckt neue Seiten im Volleyballtraining
Die mehrfache Paralympics-Teilnehmerin Lindy Ave hat sich auf ein völlig neues sportliches Terrain gewagt. Die 27-jährige Para-Leichtathletin, die in der Startklasse T38 antritt und 2021 in Tokio Gold über 400 Meter gewann, tauschte Tartanbahn und Spikes gegen Hallenboden und Turnschuhe. Im Rahmen der Traineroffensive des Verbandes für Behinderten- und Rehasport Mecklenburg-Vorpommern absolvierte sie eine besondere Trainingseinheit mit Volleyball-Landestrainer Alexander Grundke.
Von der Laufbahn in die Volleyballhalle
Unterstützt wurde das ungewöhnliche Duo von drei Erstliga-Volleyballern des SV Warnemünde: Gabriel Tyws, Noah van Dam und Leon Pohl, die gerade den Klassenerhalt geschafft hatten. Für Lindy Ave, die normalerweise für den Verein „Leichtathletik inklusiv Greifswald“ läuft und in Neubrandenburg lebt, war dies eine ganz neue Erfahrung. „Ich habe früher schon einmal Sitzvolleyball gespielt. Aber das ist etwas völlig anderes als im Stehen“, erklärte die Sportlerin.
Technische Herausforderungen und schnelle Lernkurve
Landestrainer Alexander Grundke hatte sich auf die Einheit mit der Para-Athletin vorbereitet, wusste aber nicht genau, was ihn erwarten würde. „Wir machen ein bisschen Basic-Training, wollen Lindy an den Volleyball heranführen und schauen, wo es vielleicht Überschneidungen im Training gibt. Natürlich soll es auch Spaß machen, Volleyball zu spielen. Wir wollen aber auch gucken, wo es eventuell Gefahren oder Hindernisse gibt“, so der erfahrene Coach.
Er konzentrierte sich auf zwei grundlegende Elemente: das Baggern (Annahme von unten) und den Angriffsschlag. Lindy Ave zeigte sich dabei äußerst aufgeschlossen und lernfähig. „Es war auf jeden Fall etwas Neues für mich, vor allem technisch, aber es ist machbar“, sagte sie nach der Einheit. „Es hat mir gut gefallen. Alexander ist ein entspannter Trainer, der viel auf die Technik achtet und einem etwas beibringt. Das ist die Hauptsache, was ein Trainer machen kann.“
Lob von allen Seiten
Die drei Volleyballer des SV Warnemünde sowie Landestrainer Alexander Grundke waren voll des Lobes für die Para-Sportlerin. „Lindy war sehr aufgeweckt und konnte viele Dinge schnell umsetzen, zeigte eine beachtliche Lernkurve“, betonte der Coach. Diese positive Erfahrung unterstreicht, dass Inklusion im Sporttraining keine Hürde darstellen muss, sondern eine echte Bereicherung sein kann.
Inklusion als natürlicher Teil des Trainingsalltags
Die Trainingseinheit sollte demonstrieren, dass Inklusion im Sport keine besonderen Hindernisse mit sich bringt, wenn man sich bewusst darauf einlässt. Alexander Grundke fasste es treffend zusammen: „Es gibt gar nicht so viele Unterschiede. Letztlich ist es die Aufgabe des Trainers, für ein vernünftiges Umfeld zu sorgen, dass jeder mit abgeholt und einbezogen werden kann.“
Diese Begegnung zwischen Para-Leichtathletik und Volleyball zeigt eindrucksvoll, wie Sportarten voneinander lernen können und wie Inklusion den Trainingsalltag bereichert. Lindy Aves Offenheit für neue Herausforderungen und die professionelle Herangehensweise des Trainerteams machen diese Einheit zu einem gelungenen Beispiel für gelebte Inklusion im deutschen Sport.



