US-Profi Shelton schreibt Tennis-Geschichte in München
Der amerikanische Tennisprofi Ben Shelton hat das ATP-Turnier von München gewonnen und dabei ein bemerkenswertes Stück Tennis-Geschichte geschrieben. Der 23-jährige Weltranglistensechste setzte sich im Finale gegen den Italiener Flavio Cobolli mit 6:2, 7:5 durch und feierte damit den größten Sandplatz-Sieg eines US-Amerikaners auf der ATP-Tour seit André Agassis Masters-Erfolg vor 24 Jahren in Rom.
Deutlicher Sieg nach 90 Minuten Spielzeit
Nach einer Spielzeit von 90 Minuten verwandelte Shelton seinen ersten Matchball und sicherte sich den Titel bei den BMW Open. Dieser Erfolg ist besonders bemerkenswert, da Shelton im Vorjahr noch im Finale gegen den deutschen Topspieler Alexander Zverev unterlegen war. Zverev selbst hatte diesmal das Endspiel verpasst, nachdem er am Samstag im Halbfinale deutlich gegen Cobolli verloren hatte.
Der italienische Finalist Cobolli, der Zverev im Halbfinale bezwungen hatte, konnte seine starke Leistung im Endspiel nicht wiederholen. Cobolli hatte in München für emotionale Momente gesorgt, als er nach seinem Sieg über Zverev über einen Tennis-Freund aus seinem Club sprach, der am Freitag im Alter von nur 13 Jahren verstorben war. Der Italiener weinte nach diesem emotionalen Erfolg.
Deutscher Doppel-Coup als Turnier-Höhepunkt
Trotz des frühen Ausscheidens von Lokalmatador Alexander Zverev gab es zum Turnierabschluss im Münchner Norden deutschen Jubel: Im Doppel-Wettbewerb holten sich Jakob Schnaitter und Mark Wallner überraschend den ersten ATP-Titel ihrer Karriere. Die gebürtigen Bayern, die seit 2023 zusammen spielen, hatten sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt und ließen sich dann nicht mehr stoppen.
Im spannenden Finale schlugen sie die französische Paarung Theo Arribage und Albano Olivetti mit 6:4, 6:7 (4:7), 12:10. Dieser Erfolg markiert den bisher größten Karriere-Höhepunkt für das deutsche Doppel, das sich als Qualifikanten durch das gesamte Turnier kämpfte.
Historische Bedeutung des Sieges
Sheltons Sieg in München ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern hat auch historische Dimensionen. Als erster US-Amerikaner seit André Agassi im Jahr 2002 gewann er ein bedeutendes Sandplatz-Turnier auf der ATP-Tour. Dieser Erfolg unterstreicht Sheltons wachsende Bedeutung im internationalen Tennis und markiert einen wichtigen Schritt in seiner jungen Karriere.
Das Münchner Turnier bot damit sowohl internationales Spitzentennis als auch lokale Erfolgsgeschichten. Während Shelton die Einzel-Konkurrenz dominierte, sorgten die deutschen Doppelspieler Schnaitter und Wallner für die größte Überraschung des Turniers und bewiesen, dass auch außerhalb der absoluten Weltspitze packende Tennis-Geschichten geschrieben werden.



