Ukrainischer Athlet setzt sich gegen IOC-Verbot für Helm mit Kriegsopfern ein
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch hat einen Helm mit Fotos von im Ukraine-Krieg getöteten Sportlern anfertigen lassen und plant, diesen trotz eines Verbots des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei den Winterspielen zu tragen. Das IOC erklärte, der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, die politische Botschaften untersagen. Heraskewytsch, 27 Jahre alt, kündigte jedoch an, das Verbot zu ignorieren, und verwies dabei auf den deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der 2008 ein Foto seiner verstorbenen Frau auf dem Siegerpodest zeigte.
IOC bietet Kompromiss an, doch Athlet bleibt hart
Das IOC bot Heraskewytsch als Ausweg an, ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten, um seine Trauer auszudrücken. Der Ukrainer lehnte dieses Angebot jedoch ab und betonte: „Nein, ich werde den Helm tragen.“ In einem Training in Cortina d'Ampezzo trug er den Helm bereits und stellte später einen offiziellen Antrag beim IOC, um eine Erlaubnis zu erhalten. Das Komitee entschied nach einem Treffen mit seinem Trainer und der ukrainischen Delegation gegen den Helm, erlaubte aber eine schwarze Armbinde und das freie Äußern seiner Meinung in Interviews.
Heraskewytsch argumentiert, dass der Helm eine Hommage an etwa 20 Athleten sei, die bei russischen Anschlägen ums Leben kamen und zur olympischen Familie gehörten. „Wir werden weiter dafür kämpfen, mit diesem Helm teilnehmen zu dürfen. Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen“, sagte er. Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion, und Heraskewytsch will mit seinem Helm auf die Opfer aufmerksam machen.
Unterstützung aus der Heimat und Verweis auf Präzedenzfall
Unterstützung erhält der Sportler aus der Ukraine. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Wadym Gutzajt, bat das IOC erneut um eine Erlaubnis für den Helm. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf Telegram, Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zahle, und betonte, dass solche Wahrheit nicht unbequem sein dürfe. Die Ukraine halte sich an den olympischen Geist, im Gegensatz zu Angreifer Russland.
Heraskewytsch verwies auf Matthias Steiner als Präzedenzfall, doch das IOC wies darauf hin, dass sich das Regelwerk seitdem weiterentwickelt habe. Ein IOC-Sprecher erklärte, die beiden Fälle seien schwer vergleichbar, da Steiner damals keine Sanktion erhielt. Das IOC betonte, politische Botschaften seien mit der Athletengemeinde abgestimmt, um ein sicheres Umfeld für alle Sportler zu gewährleisten, frei von weltweiten Konflikten.
Entscheidung löst emotionale Reaktionen aus
Heraskewytsch nannte das IOC-Verbot „eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht“. Er hatte den Helm in ersten Trainingsfahrten getragen und seine Trauer auch in sozialen Netzwerken geäußert. Das IOC argumentiert, dass der Kompromiss mit der Armbinde ein guter Mittelweg sei, um Respekt zu zeigen, ohne die Regeln zu verletzen. Dennoch bleibt der ukrainische Athlet entschlossen, für seine Botschaft einzustehen und den Helm zu tragen, was die Spannungen zwischen sportlicher Expression und olympischen Vorschriften unterstreicht.



