Iranischer Paralympics-Athlet muss wegen Krieges absagen - Traum von Mailand-Cortina geplatzt
Iran-Athlet verpasst Paralympics wegen Krieg im Nahen Osten

Krieg verhindert Paralympics-Teilnahme: Iranischer Athlet muss absagen

Der Traum von der Teilnahme an den Paralympischen Winterspielen ist für den iranischen Sportler Aboulfazl Khatibi geplatzt. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) gab am Freitag, nur wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier in Verona, bekannt, dass der Langläufer und Biathlet nicht nach Italien reisen kann. Als Grund nannte das Komitee die sich verschärfende Sicherheitslage im Nahen Osten, die eine sichere Ausreise unmöglich mache.

Einziger iranischer Starter fällt aus

Khatibi wäre der einzige Athlet aus dem Iran gewesen, der bei den Spielen in Mailand-Cortina an den Start gegangen wäre. Der Konflikt in seiner Heimatregion, der vor einer Woche durch Angriffe der USA und Israels auf Ziele im Iran eskalierte, zerstört damit nicht nur Land und Infrastruktur, sondern auch persönliche Sportträume. Der Para-Athlet sollte eigentlich als Fahnenträger seines Landes fungieren, wenn auch nur symbolisch – bei der Eröffnungszeremonie übernehmen aus logistischen Gründen stets Freiwillige diese Aufgabe für alle Nationen.

Konsequenzen für die Eröffnungsfeier: Das IPC teilte mit, dass die Flagge des Iran aus der Parade der Nationen bei der Eröffnungsfeier entfernt wurde. Durch den Rückzug Khatibis sind nun nur noch 611 Athletinnen und Athleten aus 55 Nationen vertreten. Dennoch bedeutet diese Zahl einen neuen Rekord – der bisherige Höchstwert lag bei 564 Teilnehmenden aus 48 Delegationen bei den Paralympics in Pyeongchang 2018.

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Rekordzahlen trotz Absage

Trotz des bedauerlichen Ausfalls des iranischen Sportlers verzeichnen die Paralympischen Winterspiele 2026 mehrere positive Rekorde. Fünf Nationen nehmen erstmals an den Winterspielen teil: El Salvador, Haiti, Montenegro, Nordmazedonien und Portugal. Zum vierten Mal in Folge wird zudem eine Rekordzahl an Frauen antreten. Insgesamt 160 Teilnehmerinnen werden in allen sechs Sportarten vertreten sein – das bedeutet eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekord von 136 Frauen bei den Spielen in Peking 2022.

Besondere politische Entscheidung: Anders als bei den jüngsten Olympischen Winterspielen hat das IPC beschlossen, dass russische und belarussische Athleten bei den Paralympics wieder unter ihren eigenen Flaggen starten dürfen. Bei Siegen werden auch ihre Nationalhymnen gespielt.

Die größten Delegationen im Überblick

  • China stellt mit 70 Athletinnen und Athleten die größte Delegation
  • USA folgen mit 68 Teilnehmenden
  • Kanada bringt 46 Sportlerinnen und Sportler nach Italien
  • Gastgeber Italien geht mit 42 Teilnehmenden an den Start
  • Deutschland stellt mit 40 Aktiven (elf Frauen, 29 Männer) sowie acht Guides das zweitgrößte deutsche Team in der Geschichte der Winterspiele

Die Wettbewerbe finden in Mailand, Cortina d'Ampezzo und Tesero statt. Für Aboulfazl Khatibi, der eigentlich in der nächsten Woche an zwei Para-Cross-Country-Wettbewerben hätte teilnehmen sollen, bleibt nur die Hoffnung auf friedlichere Zeiten und zukünftige sportliche Chancen.

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