Franziska van Almsick spricht offen über Identitätskrise im Alter: 'Ich hänge gerade so zwischendrin'
Van Almsick: Identitätskrise im Alter - 'Wo gehöre ich hin?'

Franziska van Almsick spricht offen über Identitätskrise im Alter: 'Ich hänge gerade so zwischendrin'

Franziska van Almsick, die als Profi-Schwimmerin deutsche Sportgeschichte schrieb, hat nun in einem bewegenden Interview tiefe Einblicke in ihre persönlichen Gedanken zum Älterwerden gegeben. Die 48-Jährige, die in ihrer Karriere zahlreiche große Titel errang, verrät, dass sie sich derzeit in einer Phase der Unsicherheit befindet und nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht.

Die Herausforderung des Älterwerdens für Leistungssportler

Viele Leistungssportler kämpfen bekanntlich mit den Zeichen des Alterns, nachdem sie jahrelang körperliche Höchstleistungen erbracht haben. Franziska van Almsick bestätigt diese Erfahrung in der aktuellen Ausgabe von Sky Sport 'Meine Geschichte'. 'Ich habe kein Problem damit und trotzdem merke ich, dass ich... es passiert gerade was', so die zweifache Mutter im Gespräch mit Moderator Riccardo Basile.

Die gebürtige Berlinerin, die seit zwei Jahrzehnten in Heidelberg lebt, erklärt, dass das Leben in bestimmte Phasen eingeteilt werden kann. 'Und ich bin gerade in so einer Phase, wo ich so überlege: Wo gehöre ich eigentlich hin?', fragt sie sich offen. Sie fühlt sich weder der jüngeren noch der älteren Generation vollständig zugehörig.

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Zwischen den Stühlen: Die Suche nach Zugehörigkeit

Van Almsick beschreibt ihre aktuelle Situation als ein Gefühl des Dazwischenseins. 'Wenn man gesellschaftlich guckt, gibt es so viele junge Leute, wo ich denke: Hä? Also die verstehe ich nicht mehr. Und dann gibt es aber auch viele ältere Leute, die Politik machen zum Beispiel, wo ich sage: Das verstehe ich jetzt aber auch nicht', so die ehemalige Schwimm-Ikone.

Sportlich gesehen kann sie nicht mehr mit den jungen Influencern aus dem Internet mithalten, wie sie zugibt. 'Das schaffe ich nicht mehr', sagt sie ehrlich. Gleichzeitig sieht sie sich aber auch nicht in der Rolle einer älteren Person, die morgens Yoga am Neckar praktiziert. Diese Ambivalenz führt zu einem inneren Konflikt, der typisch für das Älterwerden sein kann.

Der Konflikt zwischen Geist und Körper

Ein weiterer Aspekt, den van Almsick anspricht, ist die Diskrepanz zwischen ihrem geistigen und körperlichen Zustand. 'Also mein Geist findet es schon richtig cool, weil ich das Gefühl habe, ich bin so ein bisschen weiser, ich stehe über den Dingen, ich bin ein bisschen entspannter', erklärt sie.

Aber der Körper brauche 'ein bisschen länger, um das alles so zu akzeptieren, dass die Dinge eben nicht mehr so sind wie früher'. Trotz dieser Herausforderungen betont die 48-Jährige, dass sie insgesamt sehr glücklich mit ihrem Leben in Heidelberg ist und den früheren Medientrubel nicht vermisst.

Ihre offenen Worte bieten einen seltenen Einblick in die psychologischen Aspekte des Übergangs vom Leistungssportler zum Privatmenschen und unterstreichen die universellen Themen des Alterns und der Identitätsfindung.

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