Regen-Krimi im Baskenland: Lipowitz rettet Zweitplatzierung hauchdünn
Bei strömendem Dauerregen und kühlen Temperaturen hat der deutsche Radprofi Florian Lipowitz auf der finalen Etappe der Baskenland-Rundfahrt einen Nervenkrieg erlebt. Der 25-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe kämpfte sich unter widrigsten Bedingungen ins Ziel und verteidigte seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur drei Sekunden.
Schlussetappe wird zur Qualitätsprobe
Die sechste und letzte Etappe über 135,2 Kilometer von Goizper-Antzuola nach Bergara entwickelte sich durch ergiebigen Dauerregen zu einer wahren Qualitätsprobe für alle Fahrer. Lipowitz erreichte nach fast 3000 Höhenmetern den 22. Tagesrang und konnte damit seinen zweiten Gesamtplatz erfolgreich behaupten. Der Norweger Tobias Halland Johannessen vom Team Uno-X Mobility lag am Ende nur drei Sekunden hinter dem Deutschen auf Rang drei.
Das Gelbe Trikot sicherte sich der erst 19-jährige Franzose Paul Seixas vom Team Decathlon-CMA CGM, der sich damit zum jüngsten Sieger in der Geschichte der Baskenland-Rundfahrt krönte. Sein Vorsprung auf Lipowitz betrug unverändert 2:30 Minuten. Der Deutsche konnte den Franzosen auf der Schlussetappe nicht mehr unter Druck setzen, rettete aber mit letzter Kraft den wertvollen zweiten Rang.
Königsetappe mit dramatischem Zweikampf
Bereits am Freitag hatte Lipowitz auf der Königsetappe mit acht gewerteten Anstiegen und knapp 4000 Höhenmetern alles versucht. 70 Kilometer vor dem Ziel griff er an, doch Seixas konnte stets folgen und entschied den Zweikampf im Zielsprint für sich. Dennoch gelang es Lipowitz, an seinem Teamkollegen Primoz Roglic vorbeizuziehen und auf den zweiten Gesamtrang zu klettern – eine Position, die er bis zum Schlusstag erfolgreich verteidigte.
Den Tagessieg auf der finalen Etappe sicherte sich der US-Amerikaner Andrew August vom Team Ineos-Grenadiers. Roglic stürzte in der Gesamtwertung noch von Rang drei ab und unterstrich damit die Härte des Rennens.
Eine der schwersten Frühjahrsrennen
Die Baskenland-Rundfahrt gehört traditionell zu den anspruchsvollsten der kurzen Frühjahrs-Etappenrennen. In diesem Jahr standen den Fahrern insgesamt mehr als 16.000 Höhenmeter bevor – eine enorme physische und mentale Herausforderung, die durch die widrigen Wetterbedingungen noch verstärkt wurde.
Für Florian Lipowitz bedeutet das Ergebnis eine wichtige Bestätigung seiner Form in der frühen Saison. Der junge Deutsche zeigte sich unter extremen Bedingungen kämpferisch und nervenstark, auch wenn der Gesamtsieg außer Reichweite blieb.



