Deutsche Radsport-Hoffnung überzeugt bei Katalonien-Rundfahrt
Drei Monate vor dem Start der Tour de France hat sich Florian Lipowitz bei der anspruchsvollen Katalonien-Rundfahrt eindrucksvoll in Szene gesetzt. Der deutsche Radprofi erreichte als erster Deutscher in der 115-jährigen Geschichte des Rennens das Podium und belegte den dritten Gesamtrang hinter dem überragenden Jonas Vingegaard und dem Franzosen Lenny Martinez.
Frühform stimmt für die große Frankreich-Rundfahrt
Lipowitz präsentierte sich in Barcelona in ausgezeichneter Frühform, was als vielversprechendes Signal für die im Sommer beginnende Tour de France gewertet werden kann. Besonders bemerkenswert war seine Leistung in den Bergen, wo er sogar schneller unterwegs war als sein prominenter Teamkollege Remco Evenepoel. Der Belgier, amtierender Zeitfahr-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger, beendete die Schlussetappe immerhin auf dem dritten Tagesrang hinter dem australischen Sieger Brady Gilmore und dem Franzosen Dorian Godon.
Die interne Teamdynamik beim Red-Bull-Rennstall verspricht Spannung, da das Team bei der Tour de France mit einer Doppelspitze antreten will, ohne im Vorfeld einen klaren Kapitän zu benennen. Die Frage, ob Evenepoel in den Bergen möglicherweise für Lipowitz arbeiten muss, wurde bei der Katalonien-Rundfahrt bereits praktisch beantwortet.
Evenepoel beweist Teamgeist
Am Samstag leistete Evenepoel entscheidende Tempoarbeit auf der Abfahrt, die Lipowitz den Sprung auf den dritten Gesamtrang ermöglichte. "Er war fantastisch, hat einen super Job für mich gemacht. Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Dass ein Weltmeister so etwas macht, ist einfach unglaublich", zeigte sich Lipowitz beeindruckt von der Hilfsbereitschaft seines Teamkollegen.
Der deutsche Youngster hatte im Vorfeld der Rundfahrt noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und zeigte sich fast schon entschuldigend, dass er Vingegaard im Schlussanstieg nicht folgen konnte. Der zweimalige Tour-Champion aus Dänemark dominierte das Rennen erneut und gewann nach Paris-Nizza bereits die zweite Prestige-Rundfahrt in dieser Saison.
Sturz beeinträchtigt Evenepoels Leistung
Remco Evenepoel verwies auf die Folgen seines Sturzes am Mittwoch während der Rundfahrt: "Ich hatte ein paar schwierige Tage. Die Auswirkungen waren tatsächlich etwas größer als erhofft", gab der Belgier zu. Red-Bull-Sportdirektor Klaas Lodewyck bestätigte diese Einschätzung: "Fakt ist, dass seine Woche hier ganz anders hätte verlaufen können. Ohne diesen Sturz wäre das Szenario ganz anders gewesen."
Die Leistung von Lipowitz und die teaminterne Zusammenarbeit mit Evenepoel lassen auf ein spannendes Duo für die Tour de France hoffen. Während Superstar Tadej Pogacar auf dem Weg zu seinem möglichen fünften Toursieg diesmal mit deutlich mehr Widerstand seines Rivalen Vingegaard rechnen muss, könnte das deutsche Radsportpublikum mit Florian Lipowitz einen ernsthaften Anwärter auf vordere Platzierungen feiern.



