Deutscher Radprofi Lipowitz glänzt bei anspruchsvoller Bergprüfung
Die zweite Etappe der traditionsreichen Baskenland-Rundfahrt entwickelte sich zu einem spannenden Schaulaufen der internationalen Radsport-Elite. Während das französische Ausnahmetalent Paul Seixas erneut überzeugend dominierte, präsentierte sich der deutsche Topfahrer Florian Lipowitz in herausragender Form und sicherte sich einen vielversprechenden Podestplatz in der Gesamtwertung.
Seixas setzt beeindruckende Solovorführung fort
Der erst 19-jährige Paul Seixas vom Team Decathlon CMA CGM setzte seine beeindruckende Serie fort, nachdem er bereits das Auftakt-Zeitfahren für sich entschieden hatte. Auf der 164,1 Kilometer langen Strecke von Iruña lieferte der junge Franzose eine atemberaubende Solovorführung ab und triumphierte mit einem komfortablen Vorsprung von 1:25 Minuten vor der siebenköpfigen Verfolgergruppe. Diese außergewöhnliche Leistung unterstreicht das enorme Potenzial des als Wunderkind gefeierten Nachwuchsfahrers.
Lipowitz meistert Bergprüfung mit Bravour
Florian Lipowitz vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe bewies auf der anspruchsvollen Etappe mit dem Schlussanstieg nach San Miguel de Aralar (1. Kategorie) seine herausragende Bergtauglichkeit. Der deutsche Rundfahrer, der im vergangenen Jahr bereits den vierten Gesamtplatz bei dieser Rundfahrt erreichte, belegte einen starken achten Tagesplatz und kletterte damit auf den dritten Rang der Gesamtwertung. Mit nur 2:08 Minuten Rückstand auf den führenden Seixas positioniert sich Lipowitz optimal für die weiteren Etappen.
Der Däne Mattias Skjelmose vom deutschen Team Lidl-Trek sicherte sich den zweiten Tagesplatz vor Lipowitz' Teamkollegen Primoz Roglic, dem zweifachen Sieger der Baskenland-Rundfahrt aus den Jahren 2018 und 2021. In der Gesamtwertung führt Seixas mit beeindruckenden 1:59 Minuten Vorsprung auf Roglic, während Lipowitz als bester Deutscher auf dem Podestplatz folgt.
Schwere Stürze überschatten Renngeschehen
Die Etappe wurde von zwei bedauerlichen Zwischenfällen überschattet. Der baskische Lokalmatador Mikel Landa vom Team Soudal-Quick Step stürzte etwa zehn Kilometer vor dem Ziel schwer und blieb unter sichtlichen Schmerzen auf der Straße liegen. Für den 36-jährigen Kapitän, der im Vorjahr bereits bei der Italien-Rundfahrt schwer gestürzt war und drei Monate pausieren musste, ist nun der Start beim anstehenden Giro d'Italia (ab 8. Mai) erneut in Frage gestellt.
Kurz vor dem Ziel ereignete sich ein weiterer bedauerlicher Vorfall, als ein Zuschauer nur Sekunden vor der Vorbeifahrt von Seixas von einem Begleitmotorrad angefahren wurde. Diese Vorfälle werfen Fragen nach der Sicherheit bei Großveranstaltungen im Radsport auf.
Ausblick auf die weiteren Etappen
Die dritte Etappe am Mittwoch führt über 152,8 Kilometer von Basauri zurück nach Basauri und gilt mit knapp 2900 Höhenmetern als eher moderat im Vergleich zu den extrem anspruchsvollen Anforderungen dieser Rundfahrt. Für Florian Lipowitz, der das Rennen nach seinem starken dritten Platz bei der Katalonien-Rundfahrt kurzfristig ins Programm genommen hatte, bieten sich weiterhin gute Chancen, seine Position im Gesamtklassement zu verbessern oder zu verteidigen.
Die Baskenland-Rundfahrt bestätigt einmal mehr ihren Ruf als eines der anspruchsvollsten und prestigeträchtigsten Etappenrennen außerhalb der Grand Tours. Mit der Mischung aus etablierten Stars wie Roglic, aufstrebenden Talenten wie Seixas und konstant starken Fahrern wie Lipowitz verspricht das Rennen weiterhin spannende und unberechenbare Renntage.



