Verstappen attackiert neue Formel-1-Autos: „Hat mit Rennsport nichts zu tun“
Verstappen attackiert neue Formel-1-Autos

Verstappen attackiert neue Formel-1-Autos: „Hat mit Rennsport nichts zu tun“

Während der Auftakttests in Bahrain hat Max Verstappen ein vernichtendes Urteil über die neue Wagen-Generation in der Formel 1 gefällt. Der viermalige Weltmeister ätzte, dass das Fahren aktuell gar keinen Spaß mache und ließ sogar seine Zukunft in der Motorsport-Königsklasse offen.

„Fühlt sich an wie Formel E auf Steroiden“

„Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun“, klagte der Red-Bull-Pilot. „Es fühlt sich eher an wie die Formel E auf Steroiden.“ Verstappen kennt keine Gnade mit den für ihn spürbaren Folgen des neuen Reglements, das die Formel 1 umgekrempelt hat. Die Autos sind leichter, kürzer und schmaler geworden.

Was für den Superstar und seine Fahrerkollegen gravierende Folgen hat, ist vor allem der auf fast 50 Prozent gestiegene Elektroanteil der 1,6-Liter-V6-Turbomotoren. Die Piloten sind während der Rennen zu permanentem Energie-Management aufgerufen. Der Elektroschub setzt immer nur kurzzeitig ein, anschließend muss durch das sogenannte Lift and Coast Energie zurückgewonnen werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verstappen vermisst Fahrgefühl und Grip

„Ich liebe es, Vollgas zu fahren, aber im Moment kannst du so nicht fahren“, kritisierte Verstappen, der von Mittwoch bis Freitag die letzten Formel-1-Tests vor dem ersten Grand Prix des Jahres in Melbourne am 8. März bestreitet. „Ich will einfach nur normal fahren. Jetzt erleben wir aber einen großen Rückschritt.“

Der Niederländer vermisst bei der neuen PS-Generation auch Grip und Fahrgefühl. So äußerte er sogar zum wiederholten Male Zweifel an der Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere. „Ein Auto zu haben, das Rennen gewinnen kann, reicht mir nicht. Es muss auch Spaß machen, es zu fahren“, sagte Verstappen, der bei Red Bull noch einen Vertrag bis Ende 2028 hat.

Norris kontert: „Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten“

Mit Verstappens Klage und Kritik will sich Weltmeister Lando Norris gar nicht beschäftigen. „Ich habe es genossen“, sagte der Engländer nach seinen ersten Testkilometern sogar und meinte spitz in Richtung des entthronten Champions: „Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten. Die Formel 1 wandelt sich die ganze Zeit. Manchmal fährt man dabei besser, manchmal nicht so gut.“

Norris mag die Herausforderung, seinen Fahrstil neu auszurichten. Und außerdem bekomme er eine Menge Geld bezahlt, dürfe weiter schnelle Autos fahren, „um die Welt reisen und viel Spaß haben. Ich habe nichts zu beklagen.“

Alonso zeigt Verständnis, Hamilton schüttelt den Kopf

Verständnis erntet Red-Bull-Pilot Verstappen von Fernando Alonso. „Ich kann die Kommentare von Max nachvollziehen, weil du als Fahrer den Unterschied in der Kurve machen willst, wenn du fünf km/h schneller fährst“, sagte der Aston-Martin-Pilot. „Jetzt musst du dich aber danach richten, wie viel Energie dein Motor auf der nächsten Gerade noch haben wird.“

Der zweimalige Weltmeister, der schon seit 2001 in der Formel 1 fährt, zerbricht sich aber über Regeländerungen längst nicht mehr groß den Kopf. „So ist die Formel 1 eben und so war sie schon immer“, sagte der Spanier.

Freude am Fahren hatte Rekordweltmeister Lewis Hamilton in seinem ersten Jahr bei Ferrari nur bedingt. Das komplexe Energie-Management gefällt dem Engländer wie auch Verstappen nicht. „Kein Fan wird das verstehen. Es ist so komplex, so lächerlich komplex“, schimpfte der siebenmalige Weltmeister.

Sicherheitsbedenken bei Rennstarts

McLaren-Teamchef Andrea Stella macht sich indes Sorgen um die Sicherheit vor allem bei den Rennstarts, wenn die Fahrer den Ladedruck aufbauen müssen. Verpassen diese das richtige Timing, kann es zu Fehlstarts und im schlimmsten Fall zu frühen Kollisionen führen.

„Alle Teams und die Fia sollten Verantwortung übernehmen, wenn es um die Anforderungen an das Startverfahren geht“, sagte Stella und forderte konkrete Änderungen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Ampel-Sequenz zu verlängern, um den Fahrern genügend Zeit für den Ladevorgang zu geben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Die explosive Regel-Debatte zeigt, dass die neue Wagen-Generation die Formel 1 tief spaltet. Während Verstappen und Hamilton die Entwicklung als Rückschritt kritisieren, sehen andere Fahrer wie Norris darin eine neue Herausforderung. Wie sich die Situation entwickelt, wird sich beim ersten Grand Prix in Melbourne zeigen.