Ein Software-Fehler der Rennleitung hat beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone für erhebliches Chaos gesorgt. Fans an der Strecke und vor den Fernsehgeräten waren irritiert, Teams rätselten über die ungewöhnlichen Abläufe in den letzten fünf Runden. Das Rennen endete im Schneckentempo hinter dem Safety-Car, und ausgerechnet Lewis Hamilton (41) verlor seinen zweiten Platz an seinen Teamkollegen George Russell (28).
Verstappen-Dreher leitet Chaos ein
In Runde 48 drehte sich Max Verstappen (28) ohne Fremdeinwirkung. Sein Heckflügel ließ sich nicht mehr schließen, der Weltmeister rutschte ins Kiesbett und fluchte am Funk: „Was für eine Sch****“. Die Rennleitung schickte sofort das Safety-Car auf die Strecke. Alle rechneten nun mit einem packenden Finale, doch das Rennen ging nur über 52 Runden – die Zeit wurde knapp.
Ferrari setzte alles auf einen möglichen Neustart und holte beide führenden Fahrer an die Box, um für die letzten Rennkilometer mit frischen Reifen perfekt aufgestellt zu sein. Mercedes entschied sich dagegen, draußen zu bleiben – und profitierte sofort. George Russell rückte an Lewis Hamilton vorbei auf Rang zwei.
Falsche Meldung sorgt für Verwirrung
Während das Safety-Car weiter seine Runden drehte, wuchs die Verwirrung. Fans und Teams fragten sich: Wann wird das Rennen wieder freigegeben? In Runde 51 erschien auf den TV-Bildschirmen die Meldung: „Das Safety-Car kommt in dieser Runde rein.“ Die Hoffnung auf eine spannende letzte Runde keimte auf, doch sie platzte Sekunden später. Das Safety-Car bog nicht in die Box ab, sondern blieb vor dem Feld. Damit war klar: Es gab keinen Neustart. Das Rennen endete hinter dem Safety-Car. Charles Leclerc gewann, dahinter trudelten George Russell und Lewis Hamilton ins Ziel.
Die FIA sprach anschließend von einem Software-Fehler. Offiziell hieß es: „Die Regelung für die Safety-Car-Phase (Artikel B5.13.5) besagt, dass nach dem Überrundungsverfahren noch eine Runde absolviert werden muss. Die Rennleitung verfuhr entsprechend diesem Ablauf. Die Meldung ‘Safety Car In This Lap’ wurde aufgrund eines Software-Fehlers fälschlicherweise angezeigt.“
Teams reagieren unterschiedlich
Zur Erklärung: Regulär müssen die überrundeten Fahrer erst am Feld vorbei (dies erfolgte in Runde 51), dann folgt noch eine volle Runde. Daher hielten sich die Regelwächter komplett an die Regeln – zum Leidwesen der Fans und Lewis Hamiltons. Der große Profiteur war Mercedes. Teamchef Toto Wolff (54) sagte in einer Presserunde: „Ich finde es gut, dass sich die Rennleitung an die Regeln hält.“
Auch Ferrari bereute seine Entscheidung trotz des verlorenen Platzes nicht. Teamchef Fred Vasseur (58) erklärte: „Wir haben nicht gedacht, dass das Rennen nicht wieder freigegeben würde. Wären wir draußen geblieben und George hätte sich frische Reifen geholt, hätten wir den Sieg verlieren können. Daher hatten wir einfach Pech. Aber wir würden es so immer wieder machen.“



