Sachsenring erhält hohe kulturelle Würdigung
Der Freistaat Sachsen hat eine besondere Ehre für einen traditionsreichen Motorsportkurs vergeben: Der Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal wurde offiziell in die Liste der Immateriellen Kulturerben des Bundeslandes aufgenommen. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die Rennstrecke selbst, sondern insbesondere die einzigartige motorsportbegeisterte Fankultur, die sich über Jahrzehnte rund um den Kurs entwickelt hat.
Ein internationales Volksfest mit langer Tradition
„Der Sachsenring ist über Jahrzehnte ein internationales und friedliches Volksfest. Hier treffen sich viele Leute über zahlreiche Generationen und Wirtschaftssysteme“, erklärt Lutz Oeser von der Sachsenring Event GmbH. Die Aufnahme in die sächsische Kulturerbeliste stellt dabei nur die erste Stufe einer möglichen weiteren Ehrung dar. Gemeinsam mit der Porzellan-Herstellung in Meißen, der Parkour-Bewegung und der Sebnitzer Kunstblumenproduktion wurde der Sachsenring auch für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.
Große Begeisterung für den MotoGP-Grand-Prix
Die Auszeichnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Begeisterung für den Sachsenring auf einem neuen Höhepunkt angelangt ist. Der Vorverkauf für den diesjährigen MotoGP-Grand-Prix vom 10. bis 12. Juli boomt bereits jetzt. Nach aktuellen Informationen wurden bereits über 90.000 Tickets verkauft – das sind drei Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Rekordjahr 2025, als insgesamt 256.441 Zuschauer den Grand-Prix besuchten.
Im vergangenen Jahr strömten bereits 252.826 Fans zum Rennsport-Highlight auf dem Sachsenring. Die Veranstalter hatten gemeinsam mit dem Tourismusverband Chemnitz/Zwickau im Vorjahr den Bewerbungsprozess für die Aufnahme in die Kulturerbeliste gestartet und damit nun erfolgreich die erste Hürde genommen.
Weitere Ehrung zum 100. Jubiläum möglich
Die mögliche Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis könnte ausgerechnet im Jahr des 100. Bestehens des Sachsenrings erfolgen. Im Frühjahr 2027 wird die Kulturministerkonferenz über die Aufnahme entscheiden. Zuvor bewertet ein unabhängiges Expertengremium bei der Deutschen UNESCO-Kommission die eingereichten Vorschläge.
„Wir hoffen, dass wir auch dort mit der Begeisterung zu unserer Rennstrecke überzeugen können“, so Oeser weiter. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch betont: „Die nominierten Kulturformen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, identitätsstiftend und lebendig unsere regionale Kultur ist – von jahrhundertealtem Handwerk bis hin zu modernen urbanen Bewegungen.“
Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe unterstreicht die besondere Bedeutung des Sachsenrings nicht nur für den Motorsport, sondern für die gesamte kulturelle Identität der Region. Der Traditionskurs verbindet Generationen und schafft eine einzigartige Gemeinschaftserfahrung, die nun offiziell gewürdigt wird.



