Formel-1-Krise: Mercedes droht mit Startboykott in Melbourne nach Motorenstreit
Mercedes droht mit Startboykott in Melbourne nach Motorenstreit

Formel-1-Krise: Mercedes droht mit Startboykott in Melbourne nach Motorenstreit

Der Trick von Mercedes bleibt das beherrschende Thema in der Formel 1. Den Ingenieuren der Silberpfeile ist es gelungen, die Verdichtung ihres Motors so zu optimieren, dass er einen Vorteil von bis zu drei Zehntelsekunden pro Runde verspricht. Dieser technologische Vorsprung hat jedoch einen massiven Gegenwind ausgelöst.

Konkurrenz fordert kurzfristiges Motorenverbot

Audi, Ferrari, Honda und Red Bull setzen alles daran, diese Motoren noch vor dem Saisonstart am 8. März in Melbourne durch eine kurzfristige Regeländerung verbieten zu lassen. Dem Verbot müssten sowohl die Formel 1 als auch der Weltverband Fia zustimmen. Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) käme eine solche Änderung nicht überraschend.

„Ich hatte bis zum letzten Freitag den Eindruck, dass sich nichts ändern würde“, erklärt der Österreicher. „Dann wurde mir ein Artikel von einer italienischen Website weitergeleitet, in dem stand, dass die Regeln modifiziert werden.“

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Wolff kritisiert massive Lobbyarbeit

Über die Hintergründe sagt Wolff: „Ich glaube, alle unsere Konkurrenten fühlten sich etwas benachteiligt und haben die Fia lange bearbeitet. Bisher vertrauen wir auf die Führung des Gremiums. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.“

Der Mercedes-Boss geht noch weiter: „Ich denke, die Lobbyarbeit der anderen Motorenhersteller hat in den letzten Monaten massiv zugenommen. Ich meine, Geheimtreffen, geheime Briefe an die Fia, wobei es in diesem Bereich so etwas wie ‚geheim‘ natürlich nie gibt. Und das hat zur aktuellen Situation geführt.“

Drohender Startausfall in Melbourne

Die entscheidende Frage lautet: Was passiert, wenn es tatsächlich bis zum Saisonstart eine Regeländerung gibt, die Mercedes die neuen Motoren verbietet? Würde das Team dann überhaupt in Melbourne antreten?

Wolff schließt ein Nicht-Starten nicht explizit aus: „Natürlich entwickelt man einen Motor über lange Zeit, und es gibt Vorlaufzeiten. Und wenn man gesagt bekommt, dass man den Motor nicht so betreiben darf, wie man ihn entwickelt hat, könnte das ziemlich schädlich für die Leistung sein.“

Konkret gefragt, ob die Autos mit Mercedes-Motoren – darunter auch Williams, McLaren und Alpine – bei einer kurzfristigen Regeländerung nicht in der Startaufstellung stehen oder unter Protest fahren würden, antwortet Wolff ausweichend: „Nun, wenn es eine Vorschrift wird, muss man sich an die Vorschrift halten. Und wenn man sich nicht an die Vorschrift halten kann, dann muss sich die Fia irgendeine Lösung einfallen lassen, wie man das anpasst. Wie das gehen soll, das ist uns unklar.“

Die Situation bleibt angespannt. Während die Konkurrenz auf ein schnelles Verbot drängt, bereitet sich Mercedes auf alle Eventualitäten vor. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Weltverband den Druck der anderen Hersteller nachgibt oder ob Mercedes mit seinem innovativen Motor in die neue Saison starten darf.

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