Hamburg hat wieder einen Box-Weltmeister: Alexander Pavlov siegt
Hamburgs neuer Box-Weltmeister: Alexander Pavlov

Hamburg hat wieder einen Box-Weltmeister! Sechs Jahre nach Sebastian Formellas letzter Titelverteidigung holte Alexander Pavlov (37) einen begehrten Gürtel in die Hansestadt zurück. Bei der Veranstaltung „Boxen im Norden“ besiegte der schweigsame Bergmannssohn den Bosnier Dorde Krsmanovic (19). „Das ist mein Traum“, strahlte Pavlov nach dem Sieg, während im Hintergrund die Schmerzensschreie seines unglücklichen Gegners zu hören waren.

Schulterauskuglung beendet Kampf vorzeitig

Krsmanovic hatte sich in der dritten Runde an den Ringseilen die rechte Schulter ausgekugelt und musste aufgeben. In der Ecke versuchten Ringarzt Dr. Sven Haladyn und Kollege Dr. Tim Kuchenbuch, das Gelenk mit aller Kraft zurück in Position zu bringen. Die Fans in der „Großen Freiheit 36“ schauderten. Hinter den Kulissen gelang die Reposition schließlich.

Pavlovs Weg ins Weltergewicht

Pavlov hatte seine größten Erfolge bisher im Supermittel- (76,2 kg) und Mittelgewicht (72,6 kg) gefeiert. Für den Kampf seines Lebens machte sich der Deutsch-Russe nun richtig leicht und trat erstmals im Weltergewicht (66,7 kg) an. Trotz der unglücklichen Umstände freute sich Pavlov über seinen Titel: „So ist Boxen.“ Promoter Thomas Nissen stellte klar: „Alex hat das verdient bis zum Gehtnichtmehr.“

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Phannarai holt zweiten Titel

Fai Phannarai (24), WBF-Weltmeisterin im Superbantamgewicht (55,2 kg), machte kurzen Prozess mit ihrer überforderten Gegnerin Lena Venjacob (37). Nach 42 Sekunden in der zweiten Runde brach Ringrichter Klaus Hagemann ab. Damit sicherte sich „Diamant“ auch den vakanten WBF-Titel im Bantamgewicht (53,5 kg). „Die sind schon schwer“, lachte Phannarai. „Ich muss erstmal Platz dafür suchen.“ In der Vorbereitung hatte sie sich beim Sparring ein Veilchen eingefangen. Um künftig gegen bessere Gegnerinnen aus den USA oder England zu kämpfen, gründete Nissen die neue Promotion „Metropol Boxing“.

Robinson gewinnt Interconti-Titel

Den dritten Titelkampf beim „Rumble on the Reeperbahn“ gewann Schwergewichtler Steven Robinson (36). Der staksige Blondschopf mit dem Kampfnamen „Disney Drago“ war extra aus Newcastle auf den Kiez gekommen. Erst sang er inbrünstig seine Nationalhymne, dann hieb er auf Angelo Venjakob (30) ein, bis Hagemann am Ende der achten Runde abbrach. Für den technischen K.o. erhielt Robinson den WBF-Interconti-Gürtel.

Formella feiert Comeback-Sieg

Sebastian Formella (38) feierte gegen Eduardo Reis seinen 27. Profi-Sieg. Die 1600 Fans in der ausverkauften „Großen Freiheit 36“ brachten die große Discokugel über dem Ring zum ersten Mal beim Comeback von „Hafen-Basti“ zum Schwingen. Zwei Jahre hatte er nicht im Ring gestanden, stattdessen eine Weltreise unternommen und Freundin Jana geheiratet. Für seine Rückkehr im Superweltergewicht (69,9 kg) hatte er sich den Brasilianer Eduardo Reis (36) geladen – ein harter Brocken. Formella brauchte zwei Runden, um den Ringstaub loszuwerden, dann übernahm er die Kontrolle und siegte einstimmig nach Punkten. „Heute ist ein ganz besonderer Tag“, strahlte Formella und machte einen Salto. „Ich boxe jetzt seit 24 Jahren, habe über 100 Kämpfe gemacht. Aber heute ist zum ersten Mal meine Mama dabei.“

Stancic bleibt ungeschlagen

Leichtgewicht Nenad Stancic (27) sezierte den zähen Yorky Medina (27) aus Venezuela und siegte nach acht Runden einstimmig nach Punkten. Der Lokalmatador nach seinem 18. Sieg im 18. Profikampf: „Ab der dritten Runde habe ich ihn gebrochen.“

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