Mercedes-Teenager Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte: Japan-Sieg und jüngster WM-Führer aller Zeiten
Antonelli: Jüngster WM-Führer nach Japan-Sieg für Mercedes

Historischer Triumph in Suzuka: Antonelli schreibt mit 19 Jahren Formel-1-Geschichte

Der Mercedes-Teenager Kimi Antonelli setzt seinen beispiellosen Sturm durch die Formel-1-Rekordbücher konsequent fort. Mit seinem überlegenen Sieg beim Großen Preis von Japan eroberte der erst 19 Jahre und 216 Tage alte Italiener die Spitzenposition in der Weltmeisterschaftswertung und schrieb damit Motorsportgeschichte. Antonelli löste damit Rekordweltmeister Lewis Hamilton als jüngsten WM-Führenden aller Zeiten ab – Hamilton hatte diesen Rekord 2007 im Alter von 22 Jahren und 126 Tagen aufgestellt.

Verstappens Dominanz in Japan gebrochen

Besonders bemerkenswert: Antonelli beendete die bisherige Siegesserie von Max Verstappen in Japan. Der niederländische Vierfach-Champion, der zuvor viermal in Folge in Suzuka triumphiert hatte, kam im Red Bull nur auf den enttäuschenden achten Platz. Verstappen hatte vor dem Rennen sogar laut über einen vorzeitigen Rücktritt aus der Formel 1 nachgedacht – aus Frust über seinen schwachen Dienstwagen und die neuen Technik-Regeln, die ihm nicht zusagen.

Zweiter im abwechslungsreichen Rennen wurde der Australier Oscar Piastri im McLaren vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Antonellis Teamkollege George Russell, der zuvor die WM angeführt hatte, musste sich mit Platz vier begnügen. Dahinter folgten Titelverteidiger Lando Norris im McLaren und Ferrari-Star Lewis Hamilton. Audi-Pilot Nico Hülkenberg kam als Elfter ins Ziel und blieb erneut ohne Punkte.

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Blitzsaubere Qualifikation als Grundstein

Wie schon zwei Wochen zuvor bei seiner Siegpremiere in China hatte Antonelli mit einer makellosen Leistung in der Qualifikation die Pole Position erobert. In Shanghai hatte er sich damit den Formel-1-Rekord für den jüngsten Piloten auf der Pole Position gesichert, in Suzuka setzte er seine beeindruckende Serie einfach fort. Teamkollege Russell beklagte unterdessen Probleme mit der Abstimmung seines Wagens und musste sich mit Startplatz zwei begnügen.

„Ich werde meinen Fahrstil anpassen, um das zu kompensieren“, sagte der 28-jährige Brite, nachdem Mercedes seinen Wagen vor dem Start aufgrund der Regularien nicht mehr verändern durfte. Schon früh in der Saison deutet sich ein spannender Zweikampf der Mercedes-Piloten um den Titel an. „Es könnte ein Duell zwischen uns beiden werden, dafür will ich bereit sein“, erklärte Antonelli, der nun neun Punkte Vorsprung auf Russell hat.

Turbulenter Start und entscheidendes Safety-Car

Beim Start zeigte sich jedoch erneut die größte Schwäche des aktuellen Mercedes. Antonelli und Russell kamen kaum vom Fleck, während die Konkurrenz fast mühelos vorbeizog. Der von Platz drei gestartete Piastri übernahm die Führung, dahinter sortierten sich Leclerc und Weltmeister Norris ein. Russell war zunächst Vierter, Antonelli fiel mit durchdrehenden Rädern sogar hinter Hamilton auf Platz sechs zurück.

So entwickelte sich ein enger Kampf um die Spitzenplätze, bei dem Russell schnell Leclerc und Norris wieder einholte und die Verfolgung von Spitzenreiter Piastri aufnahm. Antonelli kam im vermeintlich überlegenen Mercedes zunächst nicht so gut voran. Ermutigend war die anfängliche Szenerie besonders für das McLaren-Team, dessen Piloten in China noch wegen technischer Defekte auf einen Start verzichten mussten.

Den entscheidenden Führungswechsel brachte schließlich das Safety-Car nach einem schweren Unfall von Haas-Pilot Oliver Bearman. Der Brite verlor im Zweikampf mit Alpine-Fahrer Franco Colapinto die Kontrolle und krachte heftig seitlich in die Streckenbegrenzung. Humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ Bearman den Unfallort.

Strategischer Vorteil und ungewollte Pause

Das Safety-Car bremste das Feld ein, wodurch Antonelli ohne größeren Zeitverlust an die Box fahren und als Führender zurückkehren konnte. Stallrivale Russell, der sich gerade erst frische Reifen besorgt hatte, fluchte am Funk: „Unglaublich. Unser verdammtes Glück in den letzten zwei Rennen.“ Während Antonelli nach dem Neustart an der Spitze davonfuhr, kämpfte Russell mit den Verfolgern und verpasste am Ende sogar einen Podiumsplatz.

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Die Formel 1 verabschiedet sich nun unfreiwillig in eine längere Pause. Wegen des Krieges in Nahost wurden die für April geplanten Gastspiele in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt. Erst am 3. Mai geht es mit dem Rennen in Miami weiter – und Kimi Antonelli wird dann als historisch jüngster WM-Führender aller Zeiten an den Start gehen.