Der frühere Halbmarathon-Weltrekordler Kibiwott Kandie ist von der Athletics Integrity Unit (AIU) bis 2032 gesperrt worden. Der 30-jährige Kenianer hatte eine Dopingprobe verweigert und anschließend versucht, das Kontrollverfahren durch gefälschte Dokumente zu manipulieren. Die Sperre läuft rückwirkend ab März 2025, was einer effektiven Dauer von sieben Jahren entspricht – ein Jahr weniger als das Maximum, da Kandie geständig war.
Dopingkontrolle im März 2025 eskaliert
Laut AIU erschienen am 1. März 2025 Dopingkontrolleure an Kandies Wohnadresse in Kenia. Der Athlet verzögerte die Probenabgabe durch mehrere Telefonate und verweigerte schließlich die Abgabe. Eine Handyauswertung ergab, dass er mit einer Pflegekraft in Eldoret telefoniert hatte, die zuvor regelmäßig Überweisungen von Kandie erhalten hatte. Kandie gab an, die Pflegekraft analysiere regelmäßig seinen Hämoglobinwert, und er habe sich an diesem Tag mit ihr treffen wollen, um Haushaltsgeräte zu kaufen.
Gefälschte Dokumente als Rechtfertigung
Um die verweigerte Probe zu begründen, legte Kandie später Dokumente vor, die seine angebliche Anwesenheit bei einer Bauinspektion in Eldoret am selben Tag belegen sollten. Diese erwiesen sich jedoch als Fälschungen. Die AIU stellte fest, dass Kandie damit gegen mehrere Anti-Doping-Regeln verstoßen hatte.
Kandies sportliche Erfolge
Kandie hatte beim Valencia-Halbmarathon 2020 den Weltrekord auf 57:32 Minuten gedrückt und diesen rund ein Jahr lang gehalten. Er gewann den Halbmarathon in Valencia auch 2022 und 2023. Beim Berlin-Marathon 2024 belegte er den 13. Platz. Trotz der Sperre bleibt er der drittschnellste Halbmarathonläufer der Geschichte.
Kenias anhaltendes Dopingproblem
Der Fall Kandie reiht sich in eine Serie von Dopingverstößen kenianischer Langstreckenläufer ein. Anfang März 2025 suspendierte die nationale Anti-Doping-Agentur Kenias 27 Athleten vorläufig, darunter die frühere Boston- und Chicago-Siegerin Rita Jeptoo. Im Oktober 2025 wurde Marathon-Weltrekordlerin Ruth Chepngetich für drei Jahre gesperrt. Seit 2017 sind rund 150 kenianische Athleten von der AIU suspendiert worden – mehr als aus jedem anderen Land.



