Vor 15 Jahren: Das tragische Ende des Wrestling-Genies Larry Sweeney
Tragisches Ende des Wrestling-Genies Larry Sweeney

Vor 15 Jahren: Das tragische Ende des Wrestling-Genies Larry Sweeney

Kettenraucher, Kirmesrufer und Kunstliebhaber: Larry Sweeney war ein Wrestling-Star, wie es keinen zweiten gab. Sein von Tragik überschattetes Leben endete heute vor genau 15 Jahren viel zu früh. Der als Alex Whybrow geborene Künstler, der unter dem Namen „Sweet and Sour“ Larry Sweeney bekannt wurde, nahm sich am 11. April 2011 im Alter von nur 30 Jahren das Leben.

Ein außergewöhnliches Talent mit dunklen Schatten

Sweeney verkörperte in den Nullerjahren bei Independent-Promotions wie Ring of Honor (ROH) und CHIKARA einen zwielichtigen Sportagenten von unvergleichlichem Charisma. Mit Sprüchen wie „Larry Sweeney ist in der Stadt – und die Scheidungsrate hier ist explodiert“ und einem charakteristischen Lachen riss er das Publikum mit. Seine Superstar-Aura brachte ihm Vergleiche mit Legenden wie Ric Flair und Bobby „The Brain“ Heenan ein.

Die Leser des Wrestling Observer Newsletter wählten ihn 2007 und 2008 zum besten „Non-Wrestler“, eine Kategorie, in der zuvor Größen wie Vince McMahon und Paul Heyman ausgezeichnet worden waren. Trotz seiner geringen Körpergröße von 1,75 Metern beherrschte Sweeney die psychologischen Tricks des Old-School-Wrestling meisterhaft.

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Die verheerenden Folgen eines Autounfalls

Hinter der Fassade des selbstbewussten Entertainers verbarg sich ein zutiefst verletzlicher Mensch. Sweeney litt unter einer bipolaren Störung und schweren Depressionen, die er auf einen verheerenden Autounfall zurückführte. Als 16-jähriger Fahranfänger hatte er den Unfall verursacht, bei dem ein Freund schwer verletzt wurde.

„In einer Welt, in der viel zu viele Menschen Pillen nehmen, war Sweeney ein Mann, dessen Beispiel gezeigt hat, dass Medikamente für manche Menschen lebenswichtig ist“, sagte sein Freund und Wrestler-Kollege Hunter Johnston später. Sweeney selbst beschrieb das Wrestling als Versuch, Seelenheil zu finden.

Der unaufhaltsame Absturz

2009 geriet Sweeneys Leben vollends aus den Fugen. Durch erratisches Verhalten hinter den Kulissen bei ROH und anderen Promotions machte er sich unmöglich. Gerüchte über bizarre Vorfälle machten die Runde. Vertraute berichteten, dass Sweeney eigenmächtig seine Antidepressiva abgesetzt hatte, was zu einem verheerenden Kontrollverlust führte.

Sein einziger Auftritt bei WWE blieb eine Fußnote: 2006 parodierte er in einem Segment der Monday Night RAW Hogans Sohn Nick. Dass er seine eigentlichen Fähigkeiten nie auf der großen Bühne zeigen konnte, gehört zu den tragischen Ironien seiner Karriere.

Ein Vermächtnis, das bleibt

Viele von Sweeneys Weggefährten feierten später große Erfolge bei WWE oder AEW – Claudio Castagnoli (Cesaro), Eddie Kingston, Chris Hero und andere. Sweeney selbst bleibt als kreativer Geist und begnadeter Geschichtenerzähler in Erinnerung, dessen Leben Stoff für einen Roman geliefert hätte.

In einem seiner letzten Online-Einträge zitierte er den berühmten Schlusssatz aus F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“: „So rudern wir weiter gegen den Strom, unaufhörlich der Vergangenheit entgegen.“ Wie Fitzgerald um sein Leben schrieb, hat Larry Sweeney um sein Leben geredet und gewrestelt – bis zum tragischen Ende vor 15 Jahren.

Hinweis der Redaktion: Wenn Sie selbst von Depressionen oder Suizidgedanken betroffen sind, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 oder 0800-1110222.

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