Nach schwerer Rückenverletzung: Hadis Hafizi kämpft sich zurück in den MMA-Sport
Hadis Hafizi: Comeback im MMA nach Rückenverletzung

Hadis Hafizi: Der Weg zurück in den MMA-Käfig nach schwerer Verletzung

Konzentrierter Blick, ruhige Atmung, dann folgen gezielte Schläge und Tritte gegen die Pratze. Hadis Hafizi trainiert intensiv in der Arena Rostock für seinen nächsten großen Auftritt. Der 19-Jährige mit afghanischen Wurzeln bereitet sich auf den Kampf bei der Mountain Fight League 2 am 11. April in Osnabrück vor. „Dieser Kampf ist für mich von enormer Bedeutung. Ich kämpfe nicht nur für mich selbst, sondern für alle Menschen, die stets an mich geglaubt haben“, betont der junge Athlet. Für Hafizi markiert dieses Event mehr als nur einen Wettkampf – es ist sein lang ersehntes Comeback in den Sport, den er leidenschaftlich liebt.

Monatelange Zwangspause durch Rückenverletzung

Eine schwere Rückenverletzung zwang den aufstrebenden MMA-Kämpfer zu einer fast einjährigen Pause. „Vor etwa einem Jahr spürte ich immer wieder starke Schmerzen während des Trainings. Zunächst dachte ich, es sei nur ein eingeklemmter Nerv, und trainierte sogar weiter, kämpfte und gewann noch“, erinnert sich Hafizi. Erst nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung wurde eine Bandscheibenvorwölbung diagnostiziert, die ihn für dreiviertel Jahr außer Gefecht setzte. Seit etwa einem Monat ist der Rostocker nun zurück im Ring und bereitet sich mit verändertem Trainingsplan auf seinen Neustart vor.

Kampfsport als Familientradition

Die Leidenschaft für Kampfsport wurde Hadis Hafizi quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Said Parwiz Hafizi war professioneller Kickboxer, und auch sein älterer Bruder Ferdaus ist im MMA-Sport aktiv. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir schon als Kinder einen Sandsack hatten und unser Vater uns regelmäßig trainierte“, erzählt der 19-Jährige. Seinen ersten MMA-Kampf bestritt er mit 16 Jahren und konnte bisher vier von sechs Kämpfen für sich entscheiden. Nach anfänglichem Training bei MMA-Rostock ist er nun Teil des PSV Rostock.

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Angepasstes Training und große Ziele

Das Training hat sich nach der Verletzung deutlich verändert. Während Hafizi früher zwölf Einheiten pro Woche absolvierte, sind es heute fünf bis sechs. Zudem dehnt er sich seit der Verletzung konsequent vor jedem Training. Sein großes Ziel bleibt jedoch unverändert: Professioneller MMA-Kämpfer werden und eines Tages in der Ultimate Fighting Championship (UFC) antreten, der weltweit größten MMA-Organisation. Für diesen Traum gibt er alles – oft kommt er direkt von der Nachtschicht im Wachdienst zum Training.

„Niemand macht das so, andere würden nach der Nachtschicht schlafen gehen“, bemerkt sein Trainer Rateb Hatahet vom PSV Rostock anerkennend. „Hadis ist wirklich gut und hat ein echtes Kämpferherz. Er will es schaffen, und davon bin ich überzeugt“, fügt Hatahet hinzu, der fest an den Sieg seines Schützlings in Osnabrück glaubt.

Familie als Rückhalt und neue Heimat Rostock

Vor zehn Jahren kam die Familie Hafizi mit sieben Kindern nach Deutschland. Nach einem Zwischenstopp in Parchim leben sie seit drei Jahren in Rostock. In Afghanistan betrieb der Vater zwei Autohäuser, die Mutter arbeitete als Ärztin. „Wir hatten ein gutes Leben dort. Meine Eltern sind extra für uns Kinder hierhergekommen, damit wir bessere Bildungs- und Berufschancen haben“, erklärt Hadis Hafizi. In Deutschland machte er seinen Hauptschulabschluss und arbeitet aktuell im Nachtdienst.

Die Unterstützung seiner Familie ist dem jungen Kämpfer besonders wichtig. Während ihm einige von einer Rückkehr in den Sport abrieten, stehen insbesondere seine Freundin Arie und seine Familie fest hinter seinem Traum. Bereits jetzt erhält er Unterstützung durch Sponsoring von Dein E-Späti in Rostock und Schakal Sports aus Hamburg, die ihm Equipment wie Boxhandschuhe zur Verfügung stellen.

Bis zum Aufstieg in die Profi-Liga plant Hadis Hafizi noch einige Amateurkämpfe, um weiter Erfahrung zu sammeln. „Ich will ja kein Fallobst sein“, sagt er lachend, aber mit ernsthaftem Blick auf seine sportliche Zukunft. Der Kampf am 11. April in Osnabrück markiert den ersten wichtigen Schritt auf diesem ambitionierten Weg.

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