WM-Prognose von Ökonom Klement: Der Mann, der (vielleicht) schon weiß, wer Weltmeister wird
Joachim Klement hat die vergangenen drei Fußball-Weltmeister richtig vorhergesagt – dabei wollte der Ökonom eigentlich beweisen, dass so etwas nicht geht. Für dieses Jahr hat er einen wagemutigen Tipp parat. Von Peter Ahrens
Der Ökonom Joachim Klement, bekannt für seine unkonventionellen Prognosen, hat erneut für Aufsehen gesorgt. Bereits 2014, 2018 und 2022 sagte er die Weltmeister korrekt voraus – ein Erfolg, der selbst Skeptiker beeindruckt. Dabei begann sein Experiment ursprünglich mit dem Ziel, die Unmöglichkeit solcher Vorhersagen zu demonstrieren. Doch die Realität überraschte ihn: Seine Modelle basieren auf wirtschaftlichen Faktoren wie BIP-Wachstum, Inflation und Börsenentwicklung, die offenbar einen überraschenden Zusammenhang mit dem Abschneiden von Nationalmannschaften aufweisen.
Die Methode hinter den Prognosen
Klements Ansatz verzichtet auf klassische fußballerische Analysen wie Spielerqualität oder Taktik. Stattdessen nutzt er makroökonomische Indikatoren: Länder mit stabiler Wirtschaft und optimistischen Zukunftserwartungen hätten laut seiner Theorie einen psychologischen Vorteil, der sich in besseren Leistungen auf dem Platz niederschlage. „Fußball ist ein Spiegel der Gesellschaft“, erklärte Klement in einem Interview. „Eine Nation, die wirtschaftlich aufblüht, spielt auch befreiter auf.“
Für die Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, hat Klement nun einen kühnen Tipp abgegeben. Sein Modell prognostiziert einen Überraschungssieger: die USA. „Die amerikanische Wirtschaft zeigt eine beeindruckende Dynamik, und die Stimmung im Land ist trotz politischer Spannungen optimistisch“, so der Ökonom. Zudem profitiere das Team vom Heimvorteil und der wachsenden Popularität des Sports in den Vereinigten Staaten.
Kritik und Kontroversen
Nicht alle teilen Klements Enthusiasmus. Fußballexperten weisen darauf hin, dass wirtschaftliche Faktoren allein nicht ausreichen, um den Ausgang eines Turniers zu erklären. „Der Zufall spielt eine viel größere Rolle, als Klement zugibt“, meint Sportwissenschaftlerin Dr. Anna Müller. „Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen oder das berühmte Turnierglück lassen sich nicht mit Börsenkursen vorhersagen.“ Dennoch räumt auch sie ein, dass Klements bisherige Trefferquote bemerkenswert ist.
Ob der Ökonom auch 2026 richtig liegt, wird sich ab dem 11. Juni zeigen. Bis dahin bleibt sein Tipp ein spannendes Gesprächsthema – und eine willkommene Abwechslung zu den üblichen fußballerischen Analysen.



