Felix Engelhardt: Tour-Premiere als Deutscher Meister und Road Captain
Felix Engelhardt: Tour-Premiere und Deutscher Meister

Felix Engelhardt (25) aus Ulm erlebt einen unvergesslichen Sommer: Erst die Nominierung für die Tour de France, dann am vergangenen Sonntag in Thüringen der Gewinn der Deutschen Meisterschaft auf der Straße. Für den Radprofi fallen in diesen Tagen Ostern und Weihnachten in eine Woche. Sein australisches Team Jayco AlUla nominierte ihn als zweiten Deutschen neben Sprinter Pascal Ackermann (32) für die Frankreich-Rundfahrt, die am Samstag in Barcelona beginnt. Engelhardt übernimmt dabei eine tragende Rolle.

Road Captain bei der Tour-Premiere

Engelhardt erklärte gegenüber BILD: „Ich bin Road Captain, kontrolliere die Startphase, sodass wir in den Fluchtgruppen die richtigen Leute haben und dann Etappen gewinnen können.“ Dass er bei seiner Tour-Premiere gleich diesen Posten bekleidet, ist ungewöhnlich. „Das liegt mir ganz gut. Ich habe noch die Zeit in den Continentalteams durchgemacht ohne Funk, ohne große Unterstützung. Da bin ich recht früh reingeschlüpft.“

Familiengeschichte und Kindheitsträume

Der 1,80 Meter große und 68 Kilo leichte Champion hat eine interessante Familiengeschichte: „Mein Opa ist in den 60er Jahren aus Südtirol nach Memmingen ausgewandert und hat hier seine Existenz ausgebaut.“ Schnell entdeckten die Engelhardts den Sport. Der Tour-Neuling erzählt: „Meine Mama kommt ja aus Südtirol, da war ich immer viel in den Bergen unterwegs. Ich war lange im Judo-Verein und bin aus Spaß zum Radsport gekommen, weil mein Papa Rad-Marathons fährt, und da bin ich einfach mal mit.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Einfach“ ist untertrieben. Was er als Kind schaffte, macht kaum ein Erwachsener: „Als ich 12, 13 war, habe ich mir von Mama das Rad geliehen und bin mit Papa über die verrücktesten Alpenpässe. So entdeckte ich die Liebe zum Radsport.“ Die 14 Kehren hoch nach Alpe d'Huez, die er in der dritten Woche gleich zweimal fahren darf, waren aber nicht dabei. „Alpe d'Huez kenne ich nur aus dem Fernsehen“, lacht er. Dass er mit dem Südtiroler Hintergrund für Italien startet, war nie ein Thema: „Mein Hintergrund ist nicht sehr bekannt. Die Frage hat sich nie gestellt.“

Vom Giro-Aus zur Tour-Chance

Die Tour de France stand gar nicht in seinem Rennkalender für 2026. Ausgerechnet eine Krankheit eröffnete ihm die Chance: „Mein Ziel 2026 war der Giro d'Italia. Da bekam ich einen Magen-Darm-Infekt. Am fünften Tag hat es mich ausgeräumt. Ich lag eineinhalb Wochen nur im Bett und konnte mich nicht bewegen.“ Dann strahlt er fast: „Im Nachhinein war es eine glückliche Fügung, auch wenn ich das nicht nochmal haben muss.“

Unterstützung von Familie und Freunden

Der einstige Abiturient, der einige Semester Internationales Management studierte, lebt inzwischen in Innsbruck. In seiner Freizeit klettert und bouldert er viel. Familie und Freunde reisen zur Tour an: „Meine Eltern sind schon in Barcelona dabei. Etwa 20 Freunde kommen dann mit dem Rad nach Alpe d'Huez, die Eltern mit dem Camper, die machen alle eine wahre Pilgerreise“, lacht er. Auch seine Freundin Catliona, eine schottische Physiotherapeutin, ist dabei. „Ich habe sie tatsächlich über den Radsport kennengelernt“, sagt der Bayer.

Lebensziel: Eine Grand-Tour-Etappe gewinnen

Nun fehlt nur noch eins zum vollkommenen Glück: „Eine Grand-Tour-Etappe zu gewinnen, wäre mein Lebensziel im Radsport.“ Insider bescheinigen ihm eine sehr hohe Rennintelligenz, Bissfestigkeit und Nervenstärke. „Wenn die Form stimmt und in der richtigen Gruppe bin, habe ich auch meine Freiheiten.“ Dann würde die Pilgerfahrt der Liebsten nach Alpe d'Huez zur Party ausarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration