Mit einem verdienten 3:1-Sieg gegen Katar hat sich Bosnien-Herzegowina den Traum von der K.o.-Runde bei der Fußball-Weltmeisterschaft so gut wie erfüllt. Die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez, dem ehemaligen Bundesligaprofi, bezwang den Außenseiter aus dem Emirat vor 66.925 Zuschauern in Seattle und liegt nun in der Abschlusstabelle der Gruppe B auf Rang drei. Die vier Punkte dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit reichen, um als einer der acht besten Gruppendritten weiterzukommen. Katar ist dagegen ausgeschieden und wartet weiter auf den ersten WM-Sieg.
Alajbegovic trifft traumhaft – Dzeko mit Pech
Der erst 18 Jahre alte Kerim Alajbegovic, der bald für Bayer Leverkusen spielen wird, erzielte in der 29. Minute ein Traumtor aus rund 20 Metern fast genau in den Winkel. Nur fünf Minuten später legte Bosnien nach: Eine weite Flanke von der linken Seite fand Edin Dzeko, der frühere Bundesliga-Torschützenkönig, und der Ball sprang vom katarischen Verteidiger Sultan Al-Brake ins Tor – Eigentor (34.). Kurz darauf hatte Dzeko Pech, als sein Schuss zum möglichen 3:0 am Pfosten landete. Die bosnischen Fans feierten den Schalke-Aufsteiger dennoch mit Sprechchören.
Katar kommt zum Anschluss, Bosnien macht den Deckel drauf
Trotz der bosnischen Überlegenheit gab Katar nicht auf. Hassan Al-Haydos traf in der 42. Minute zum 1:2-Anschluss. Kurz vor der Pause hatte Pedro Miguel sogar den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber wie Dzeko zuvor am Pfosten. Auch nach der Pause blieb der Außenseiter gefährlich, doch ein Schuss von Akram Afif landete am Außennetz. Bosnien überstand die Schwächephase und entschied die Partie in der 80. Minute durch Ermin Mahmic, der für Dzeko eingewechselt worden war, mit dem 3:1.
Barbarez betont Fan-Unterstützung
Trainer Sergej Barbarez hatte vor der Partie die große Fan-Unterstützung betont und auf 30.000 bosnische Anhänger im Stadion gehofft. Tatsächlich stimmten sich schon seit dem frühen Morgen viele tausend Fans in Blau, Gelb und Weiß bei prächtigem Wetter auf die Partie ein, die zur Ortszeit mittags stattfand. In der Arena feuerten sie ihre Mannschaft quasi durchgängig mit lauten Gesängen an. Die bosnischen Fußballer legten schwungvoll los, und nach gut einer Minute musste Katars Torwart Mahmud Abunada bei einem Fernschuss erstmals eingreifen. Wirklich gefährlich in den Strafraum kamen Dzeko, Stuttgarts Ermedin Demirovic und Co. zunächst nicht, doch die Distanzschüsse wurden belohnt.
Bosnien-Herzegowina ist zum zweiten Mal nach 2014 bei einer Weltmeisterschaft dabei und hat nun beste Chancen auf das Weiterkommen. Katar hingegen ist ausgeschieden und wartet weiter auf den ersten Sieg bei einer WM. Das Tor von Al-Haydos war für den Außenseiter zu wenig.



