Brasilien ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in der Vorrunde ausgeschieden – so früh wie seit 36 Jahren nicht mehr. Die Seleção unterlag Norwegen mit 1:2 und verpasste damit erstmals seit 1990 das Achtelfinale. Superstar Neymar, der nach dem Schlusspfiff bittere Tränen vergoss, gab anschließend seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.
Historisches WM-Aus für Brasilien
Das Aus in der Gruppenphase ist ein Tiefpunkt für die fünfmaligen Weltmeister. Brasilien hatte sich in den letzten Jahrzehnten stets für die K.o.-Runde qualifiziert. Nun reichte es nach einem Sieg gegen Kamerun (2:0), einem Unentschieden gegen die Schweiz (1:1) und der Niederlage gegen Norwegen nicht zum Weiterkommen. Norwegen sicherte sich mit dem Sieg den Gruppensieg.
Neymar, der in der 67. Minute eingewechselt wurde, konnte die Wende nicht mehr herbeiführen. Der 34-Jährige stand nach dem Abpfiff fassungslos auf dem Rasen, ehe er sich in die Kabine zurückzog. „Ich habe es versucht, aber es hat nicht gereicht. Es ist Zeit zu gehen“, sagte Neymar nach dem Spiel laut brasilianischen Medien.
Neymars Rücktritt: Ende einer Ära
Mit Neymar verliert Brasilien seinen Rekordtorschützen (79 Tore in 128 Länderspielen) und langjährigen Kapitän. Sein Rücktritt markiert das Ende einer Ära, die von Höhen (Olympiasieg 2016, Confed-Cup 2013) und Tiefen (WM-Viertelfinal-Aus 2018, 2022) geprägt war. Viele Experten sehen darin jedoch eine Chance für einen Neuanfang. „Neymar war großartig, aber die Mannschaft braucht frisches Blut. Das Aus mag schmerzen, aber es öffnet die Tür für eine neue Generation“, sagte der ehemalige Nationalspieler Ronaldo in einem Interview.
Positive Signale für die Zukunft
Trotz der Enttäuschung gibt es Hoffnung. Junge Talente wie Vinícius Júnior (25), Rodrygo (25) und Endrick (19) stehen bereits im Kader und sollen künftig die Führungsrollen übernehmen. Der brasilianische Fußballverband CBF kündigte an, den Umbruch konsequent fortzusetzen. „Wir werden die Lehren aus diesem Turnier ziehen. Brasilien hat eine glorreiche Geschichte, und wir werden zurückkommen“, erklärte CBF-Präsident Ednaldo Rodrigues.
Die Niederlage gegen Norwegen offenbarte zudem taktische Schwächen. Trainer Dorival Júnior steht nach dem frühen Aus in der Kritik. Medienberichten zufolge wird sein Vertrag nicht verlängert. Als möglicher Nachfolger wird unter anderem Carlo Ancelotti gehandelt.
Norwegen feiert historischen Erfolg
Für Norwegen ist der Einzug ins Achtelfinale der größte Erfolg seit 1998. Die Mannschaft um Erling Haaland, der gegen Brasilien das entscheidende Tor erzielte, zeigte eine disziplinierte Leistung. „Das ist ein unglaublicher Moment für uns. Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt gewonnen“, sagte Haaland nach dem Spiel.
Brasilien reist derweil vorzeitig ab. Die Heimat reagierte mit gemischten Gefühlen: Während viele Fans trauern, sehen andere das Aus als längst überfälligen Weckruf. „Es ist gut, dass diese Abhängigkeit von Neymar endlich endet. Jetzt kann etwas Neues wachsen“, schrieb die Sportzeitung Lance! in einem Kommentar.



