Werders entscheidende Wochen: Thiounes erste Bewährungsprobe gegen St. Pauli und Heidenheim
Werders Wochen der Wahrheit: Thiounes Bewährungsprobe

Werders entscheidende Wochen: Thiounes erste Bewährungsprobe gegen St. Pauli und Heidenheim

Die 0:3-Niederlage gegen den Rekordmeister Bayern München war für Werder Bremen zwar enttäuschend, aber kaum überraschend. Die wirklich wichtigen Spiele stehen für den Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga erst jetzt an: In den kommenden zwei Wochen trifft das Team von Trainer Daniel Thioune nacheinander auf den Vorletzten FC St. Pauli und den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Diese direkten Duelle werden zeigen, ob der Trainerwechsel von Horst Steffen zu Daniel Thioune tatsächlich den erhofften Neustart nach fast drei Monaten sportlicher Krise bringt oder lediglich ein "Weiter so" in anderen Worten bedeutet.

Thiounes erste Eindrücke und die nackten Zahlen

Nach seinem Heimspiel-Debüt im Weserstadion zeigte sich der neue Werder-Trainer Daniel Thioune durchaus optimistisch. Der 51-Jährige lobte "eine richtig gute Haltung" seines Teams und sprach von einem "Funken" in der Arena, der kurz davor gewesen sei, "die Kurve anzuzünden". Doch die Realität präsentierte sich in Form zweier Bildschirme im Medienraum: Auf dem einen leuchtete das Ergebnis Werder Bremen - Bayern München 0:3 (0:2), auf dem anderen die Bundesliga-Tabelle, die Werder nach mittlerweile zwölf Spielen ohne Sieg weiterhin auf dem gefährlichen 16. Platz zeigt.

"Ich will nicht sagen: Es sind die Wochen der Wahrheit. Aber es sind die Spiele, in denen wir bestehen müssen, um am Ende des Tages drei Mannschaften hinter uns lassen zu können", erklärte Thioune mit Blick auf die bevorstehenden Begegnungen. Der Trainer erkannte schnell, worauf es jetzt ankommt: "Alle Spieler sind sehr couragiert. Jetzt ist es wichtig, dass sie mir vertrauen, dass sie mir glauben."

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Kontinuität statt Revolution

Bislang unterscheidet sich Thiounes Ansatz nur minimal von dem seines Vorgängers. Auch der neue Trainer setzt auf eine Dreierabwehrkette und lässt den teuren Neuzugang Samuel Mbangula weiterhin auf der Bank Platz nehmen. Die auffälligsten Veränderungen im Spiel gegen Bayern waren die Rückholung des Schweizers Cameron Puertas aus der Versenkung und die Versetzung des schnellen Stürmers Justin Njinmah auf die rechte Außenbahn.

Felix Agu, der den neuen Coach bereits aus gemeinsamen Zeiten in der Nachwuchsabteilung des VfL Osnabrück kennt, beschreibt die Unterschiede: "Es ist eine andere Ansprache. Er gibt uns andere Details mit. Er gibt dem Team ein gutes Gefühl." Der 26-Jährige weiß jedoch, dass das Bayern-Spiel "ein Bonusspiel" war und die eigentliche Bewährungsprobe erst noch kommt.

Die Qualität ist da - jetzt muss der Erfolg folgen

Agu zeigte sich trotz der Niederlage gegen Bayern zuversichtlich: "Wir haben Qualität auf dem Platz. Auch wenn es das Ergebnis nicht wiedergibt, hat es trotzdem Spaß gemacht, heute gegen eine der Top-Fünf-Mannschaften der Welt auf dem Platz zu stehen." Seine Hoffnung für die kommenden Spiele formulierte er deutlich: "Irgendwann wird er reinfallen. Es kann nicht ewig der Ball immer gegen den Pfosten gehen."

Knapp zwei Wochen nach dem Trainerwechsel wird sich nun zeigen, ob Thiounes neue Energie und veränderte Ansprache tatsächlich den gewünschten Effekt haben. Die direkten Duelle gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf werden die Richtung für den Rest der Saison vorgeben. Für Werder Bremen geht es jetzt um nichts weniger als den Klassenerhalt, und die nächsten beiden Spiele könnten darüber entscheiden, ob der Verein am Ende der Spielzeit tatsächlich drei Mannschaften hinter sich lassen kann.

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