Werder-Star Jens Stage: Wenn Fußball läuft, flüchtet die Familie vor dem Fernseher
Ein Profifußballer, der während eines wichtigen Spiels vor dem heimischen Fernseher sitzt – das kann für die Familienmitglieder zur echten Herausforderung werden. Das musste auch die Familie von Werder Bremens Mittelfeldspieler Jens Stage erfahren, als der Däne das Bundesliga-Spiel seiner Mannschaft in Wolfsburg verfolgte.
„Ich konnte es 20 Minuten aushalten“
Stage fehlte beim 1:0-Erfolg in Wolfsburg wegen seiner fünften Gelben Karte und schaute sich das Abstiegskrimi-Spiel daher im Fernsehen an. „Ich konnte es 20 Minuten aushalten“, gesteht der 29-Jährige offen. „Dann mussten alle weg. Normalerweise bin ich zu Hause ganz ruhig. Aber in so einem Spiel bin ich nicht der beste Ehemann.“ Seine Frau Louise und die beiden gemeinsamen Kinder bekamen die emotionale Achterbahnfahrt des Profis deutlich zu spüren.
Der Mittelfeldmotor, der seit 2022 für Werder Bremen spielt, betont jedoch: „Nach dem Abpfiff war ich zu Hause glücklich.“ Die Freude über den wichtigen Auswärtssieg ließ die vorherige Anspannung schnell vergessen.
Comeback trotz Erkältung
Wichtig für den Familienfrieden: Trotz einer Trainingspause wegen einer Erkältung steht Stages Rückkehr im Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, Sky) bevor. Das Wiedersehen mit RB-Trainer Ole Werner, der von November 2021 bis Juni 2025 bei Werder tätig war, soll ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt werden.
Stage zeigt sich respektvoll gegenüber seinem ehemaligen Trainer: „Ich habe ihm nach seinem Aus bei Werder geschrieben und alles Gute gewünscht. Ich habe viel von ihm gelernt. Er ist ein Top-Trainer und wir hatten eine gute Zeit.“ Eine besondere Motivation sei das Wiedersehen allerdings nicht. „Wir müssen zusammenstehen und gut verteidigen. Dann können wir auch gegen Leipzig Punkte holen.“
Disziplinierter Tabellenblick
Trotz drei Siegen aus den letzten vier Spielen verkneift sich Stage den Blick auf die Bundesliga-Tabelle. „Der Kopf wird müde, wenn du den ganzen Tag draufschaust“, erklärt der Däne pragmatisch. Stattdessen konzentriert er sich auf die sportlichen Aufgaben.
Am Dienstagabend wird Stage jedoch wieder vor dem Fernseher sitzen – dann verfolgt er das entscheidende WM-Qualifikationsspiel Dänemarks gegen Tschechien in Prag. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt im Oktober 2024 das Nationaltrikot trug, sagt: „Ich habe zwar nicht so viel mit der Nationalmannschaft zu tun. Aber ich werde wie gegen Wolfsburg und wie alle Dänen auf dem Sofa sitzen und hoffen, dass die Qualifikation gelingt.“
Und vielleicht, so fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu, schaut seine Frau diesmal sogar mit – wenn die Emotionen nicht wieder überkochen.



