Werder Bremens Stürmerkrise spitzt sich zu: Boniface weiterhin nicht spielfähig
Werder Bremens Stürmerkrise: Boniface weiter nicht fit

Werder Bremens Stürmerkrise spitzt sich vor dem Kellerduell in Köln zu

Die verfehlte Personalpolitik des vergangenen Sommers holt Werder Bremen im entscheidenden Schlussspurt der Bundesliga-Saison mit voller Wucht ein. Sechs Spieltage vor dem Saisonende und mitten im erbitterten Abstiegskampf offenbaren sich insbesondere im Angriffsbereich die gravierenden Versäumnisse der Bremer Verantwortlichen. Die Stürmerprobleme haben ein kritisches Ausmaß erreicht, das den Klub in seiner Existenz bedrohen könnte.

Boniface bleibt trotz Rückkehr nach Bremen außen vor

Victor Boniface, der im Sommer als großer Hoffnungsträger von Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde, ist auch für das wichtige Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am Sonntag nicht spielfähig. Der 25-jährige Nigerianer hat nach einer Knieoperation zu Beginn des Jahres noch immer massive körperliche Defizite und ist meilenweit vom Niveau eines Bundesligaprofis entfernt. Trainer Daniel Thioune machte deutlich: „Ein Spieler, der nicht spielfähig ist, der wird nicht in den Kader rücken.“

Boniface hatte seine Rehabilitation zunächst bei Bayer Leverkusen absolviert und ist erst kürzlich nach Bremen zurückgekehrt, wo er inzwischen am Mannschaftstraining teilnimmt. Doch der Fitnessrückstand des Stürmers ist nach wie vor enorm. „Wir sind schon davon ausgegangen, dass er in einem besseren körperlichen Zustand zu uns zurückkehrt“, räumte Thioune enttäuscht ein.

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Thioune zeigt Verständnis für mentale Probleme

Der Bremer Trainer bat gleichzeitig um Nachsicht für den angeschlagenen Stürmer und deutete dabei Probleme im mentalen Bereich an. „Vielleicht habe ich auch ein paar mehr Hintergründe, warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist“, sagte Thioune und führte aus: „Wenn man als junger Spieler, der noch sehr viel von dieser Welt sehen will und der sehr erfolgreich war in der Vergangenheit, von einem Arzt gesagt bekommt, dass er in den nächsten Monaten keinen Fußball spielen wird, dann macht das schon was mit der Psyche, im mentalen Bereich.“

Die Bremer Mannschaftsführung hat sich bewusst dafür entschieden, Boniface über das Mannschaftstraining und nicht individuell zurück in den Spielbetrieb zu führen. Doch dieser Ansatz zeigt bislang keine durchschlagenden Erfolge.

Kritik von Legende Ailton und weitere Ausfälle

Zuletzt hatte auch Werder-Legende Ailton deutliche Kritik am Zustand von Boniface geäußert. Der 52-jährige Brasilianer, der Bremen in der Saison 2003/04 mit 28 Toren zur deutschen Meisterschaft schoss, sagte laut „Bild“: „Der Bauch ist unglaublich. Er muss unbedingt abnehmen. Für mich ist klar: In dieser Form kann er keine Hilfe für Werder sein.“ Ailton, der in seiner aktiven Zeit selbst nicht immer der fitteste Fußballer war, betonte jedoch: „Ich war trotzdem sehr schnell und habe es mit meinem Körper sehr gut gemacht.“

Die Stürmernot bei Werder Bremen wird durch weitere Ausfälle verschärft:

  • Keke Topp fällt mit einem Kreuzbandriss noch monatelang aus
  • Jovan Milosevic ist nach einer Rückenverletzung noch nicht startelfbereit
  • Marco Grüll ist zwar fit, zeigt aber vor dem gegnerischen Tor chronisch zu wenig Gefahr
  • Justin Njinmah ist angeschlagen, stellt aber zumindest eine Option für das Duell in Köln dar

Hoffnungsträger Musah muss in Köln wohl wieder warten

Viele Hoffnungen ruhen daher auf dem 20-jährigen Youngster Salim Musah, der zuletzt beim 1:2 gegen RB Leipzig seinen ersten Profitreffer erzielte. Trainer Thioune lobte den Nachwuchstürmer: „Er will mehr, er zieht dran. Das ist das, was ich von jungen Spielern erwarte. Salim Musah ist ein Startelfkandidat.“

Trotz dieser positiven Worte dürfte Musah im Kellerduell in Köln zunächst wieder in die Jokerrolle schlüpfen, während Njinmah von Beginn an spielen soll. Thioune mahnte zur Geduld: „Wir dürfen auch nicht zu viel von ihm erwarten.“ Die Bremer müssen im Abstiegskampf jeden Punkt mitnehmen, während ihre Stürmerprobleme immer bedrohlichere Ausmaße annehmen.

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